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Musik, die unter die Haut geht

Konzert von Carolina Bruck-Santos, Oliver Schmidt und Pedrac Tomic begeistert

Schönau (vw). Es ist dieser Moment, wenn sie auf die Bühne tritt und den ersten Ton erklingen lässt. Dann weiß man, dass sie die Zuhörer total in ihren Bann ziehen wird. So war es beim Konzert von Carolina Bruck-Santos am Samstagabend, die von Oliver Schmidt (Piano und Kontrabass) und Pedrag Tomic (Akkordeon) begleitet wurde. Das Konzert fand im Rahmen der Wiesentäler Kulturwochen im Bürgersaal in Schönau statt – inmitten von Kunstwerken.

Die deutsch-mexikanische Mezzosopranistin begeisterte vom ersten Ton an – verzauberte und erfüllte mit ihrer Stimme den Raum, ganz ohne Mikrofon. Die freischaffende Sängerin war als Opernsängerin tätig, was man auch hören konnte. Auch ihre Begeisterung und Freude für die Musik konnte man sofort spüren. Immer ein Lächeln auf dem Gesicht gab sie diese Begeisterung an das Publikum weiter. Mit jeder Zelle ihres Körpers war ihre Leidenschaft für die Musik zu spüren.

Der Abend war vor allem klassischer Musik, aber auch ein wenig Pop, aus aller Welt, gewidmet. Besonders am Herzen liegen der Sängerin mexikanische Boleros. Mit dem ersten Stück, dem traditionellen Tango „El dia que me queros“ zeigte Bruck-Santos schon jede Menge Gefühl und Ausdruck in ihrer Stimme wie auch in der Mimik und der Performance. Hier passte einfach alles zusammen. Heitere und bekanntere Stücke wie „The girl from Ipanema“ oder „Sunrise“ von Norah Jones gaben die Musiker ebenfalls zum Besten. Und Bruck-Santos sah man dabei an, dass sie voll und ganz in ihrem Element ist, in die Musik eintaucht und das Publikum nahm sie einfach mit auf diese Reise. Mal sang sie Stücke in Begleitung von Schmidt, mal in Begleitung von Tomic.

Mit „Celito Lindo“ sang sie das meistgespielte Volkslied in Mexico. Zwischen den Gesangsstücken waren auch immer mal wieder Instrumentale zu hören, etwa vom gebürtigen Todtnauer Oliver Schmidt am Piano, der seinen Bachelor in „Songwriting und Musikproduktion“ in Groningen, Niederlande, abschloss. Er spielte auch eigene Kompositionen wie die „Camellodie“. Aber auch Pedrac Tomic, ebenfalls studierter Musiker und derzeit Akkordeonlehrer an den Musikschulen Lörrach und Oberes Wiesental, hatte seine Soloauftritte am Akkordeon. Er glitt etwa in den drei Balkantänzen, wo zwei flotte einen ruhigeren Tanz umgeben, blitzschnell über die schmalen Tasten seines Instruments.

Zum großen Finale waren sie alle drei gemeinsam zu hören, Oliver Schmidt dann am Kontrabass. Sie spielten vier „neue“ Tangos von Astor Piozolla aus Argentinien, spannungsreiche Stücke mit Sprecheinlagen. Mit Liedern aus aller Welt in mehreren Sprachen haben die Musiker nicht nur eine große Bandbreite bewiesen, sondern auch einfach nur begeistert. Für den Zuhörer war es ein entspannender Abend – und für manche unter dem Publikum sicher auch einfach mal was Anderes. Nach langanhaltendem Applaus durfte das Trio dann natürlich auch noch eine Zugabe geben. Es war anspruchsvolle klassische Musik zu hören, die von drei wahren Profis präsentiert wurde. Das bekommt man nicht alle Tage. Es war Musik, die unter die Haut ging.

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