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Haben Vögel Durst?

Wie überstehen Vögel eigentlich die Hundstage? Diese Frage stellt ich spätestens, wenn unsereins nach der nächsten kalten Wasserflasche aus dem Kühlschrank greift, und vor dem Fenster ein Piepmatz im Schatten der Zweige eifrig Läuse von den Blättern pickt.

„Vögel können solches Wetter relativ gut überstehen“, erklärt Friedrich Adolph von der Vogelschutz-Ornithologischen Gemeinschaft Schopfheim e. V.. Schwalben und Mauersegler zum Beispiel seien ohnehin ans heiße Klima gewöhnt. Als Zugvögel sind sie im mitteleuropäischen Winter auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs. „Für sie könnte höchstens ein Problem sein, dass in der Luft weniger fliegende Insekten unterwegs sind, als in ’normalen‘ Jahren“, meint Friedrich Adolph weiter. Wenn diese flinken Flieger nämlich abends mit dem typischen hohen Pfeifen durch die Luft und Gassen sausen, machen sie Jagd auf alles fliegende Kleingetier. Mücken und Fliegen wiederum vermehren sich bei feuchtem Wetter und mit dem Vorhandensein entsprechender Brutstätten besser.

Die anderen heimischen Vögel wie Meisen, Spatzen oder Amseln wiederum nehmen ganz viel Flüssigkeit über die Nahrung auf. In Würmern, Larven, aber auch in Beeren und Trauben ist der Wasseranteil nicht unerheblich. „Trotzdem benötigen sie natürlich auch Wasser, wie jedes Lebewesen“, betont Friedrich Adolph. Das können sie in Bachläufen, Pfützen sofern noch vorhanden, an Flüssen, aber auch in Brunnentrögen oder Teichen finden. Friedrich Adolph gibt da auch gleich einen Tipp: „Im Garten oder auf Terrasse Vogeltränken aufzustellen, ist im Moment sicher für die Vögel förderlich.“ Diese sollte man idealerweise täglich frisch befüllen, weil sie sonst für Mücken ideale Brutstätten bieten.

Grundsätzlich schätzt der Schopfheimer Vogelspezialist diesen Sommer für die Vögel eher positiv ein, weil die Jungvögel bei besten Wetterbedingungen aufgewachsen sind. Oft gerät nämlich die Brut im Juni in eine Schlechtwetterphase, die frisch geschlüpften Tiere werden so im Nest durchnässt und kühlen aus. Dann sterben sie oder sind krankheitsanfällig.

„2003 hatten wir ja schon einmal einen ähnlich langen und heißen Sommer. Damals hatten wir für die Vogelwelt keine schädlichen Auswirkungen. Wie das dieses Jahr ist, können wir mit Bestimmtheit erst nächstes Jahr sagen, aber eigentlich gehe ich nicht davon aus“, hält Friedrich Adolph abschließend fest. Das heißt, Vögel haben durchaus Durst, aber das schadet ihnen nicht wirklich, denn die Möglichkeiten, ihn zu stillen sind gegeben. Auch wenn ihnen der Griff zur kühlen Wasserflasche aus dem Kühlschrank verwehrt bleibt.

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