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Nahwärme-Projekt Wies steht vor dem Entscheid

Starke Bürgerbeteiligung an der Informations-Veranstaltung

Kleines Wiesental (hf). Rund 100 interessierte Bürger nahmen am Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus in Wies an der Informations-Veranstaltung zum geplanten Nahwärmenetz in Wies teil. Die interessierten Betreiber – EnergieDienst und EWS Energie GmbH – stellten ihre Konzepte und erste Kalkulationsdaten vor. Jetzt liegt es am Entscheid der Bürger, wer im kommenden Jahr das Nahwärmenetz bauen soll.

Auf Einladung der Gemeinde und der Ortsverwaltung erhielten die beiden Unternehmen, die sich um Bau und Betrieb des Nahwärmenetzes in Wies bewerben, am Donnerstag Gelegenheit, ihre Konzepte vor der Bürgerschaft vorzustellen. Die EWS Energie GmbH bemüht sich seit längerem um das Projekt, das nach dem Nahwärmenetz in Tegernau, das vom Kraftwerk Köhlgartenwiese realisiert wurde, in Wies auf den Weg gebracht werden soll. Nachträglich hatte sich EnergieDienst bei der Gemeinde gemeldet und ebenfalls Interesse bekundet.

Bei der Information stellte Jörg Bleile für EnergieDienst eine Konzeption vor. Nach dieser Konzeption soll ein Nahwärmenetz mit einer Heizzentrale im Dorfgemeinschaftshaus und einer Solarthermie- oder einer PV-Anlage auf dem Dach gebaut werden. Eingesetzt werden sollen zwei Holzkessel, damit auf den Einsatz von Öl ganz verzichtet werden kann. EnergieDienst bietet für die Kunden eine Komplettlösung an, bei  der zum Preis eine Übergabestation im Keller des Hauses, ein Puffer und ein Frischwasserboiler gehören. Es wird kein Aufpreis für längere Leitungen und die Verlegung eines Breitbandanschlusses verlangt. Zur Kalkulation gab Jörg Bleile, dass derzeit eine Grobkalkulation vorgelegt wird, da Detaildaten aus den einzelnen Liegenschaften nicht vorliegen. EnergieDienst  geht von Anschlusskosten (hier: Baukostenzuschuss genannt) von 9.800 Euro pro Haus aus. Der Wärmepreis liegt bei 7,3 Cent pro Kilowattstunde, der jährliche Grundpreis bei 780 Euro. Der jährliche Wärmepreis (Verbrauch) bei 20.000 Kilowattstunden liegt bei 2.605 Euro.

Auch das Konzept der EWS, vorgestellt von Dr. Daniel Weiß,  geht von einer Hackschnitzelheizung  aus, die durch Solarthermie unterstützt wird. Für die Abdeckung von Heizungsspitzen im Winter wird der vorhandene Ölkessel genutzt, der etwa zwei Prozent der Wärmeleistung beisteuern soll. Es wird eine Übergabestation mit Internet-Regelung eingesetzt, die jederzeit über Fernwartung kontrolliert und bei Störungen repariert werden kann.  Für weitere Anpassungen im Haus arbeitet EWS mit en lokalen Heizungsbauern zusammen, damit diese Unternehmen, welche die Verhältnisse vor Ort am besten kennen, ihre Kunden auch weiter bedienen können. Die Kalkulation entspreche derjenigen, die auch für Tegernau angesetzt worden war. Der Baukostenzuschuss für einen Hausanschluss mit Übergabestation beträgt 2.521 Euro, der Zuschuss für Anschluss ohne Übergabestation liegt bei 1.260 Euro.  Der Grundpreis liegt bei 600 Euro. Der Wärmepreis wird mit 8 Cent pro Kilowattstunde berechnet und beläuft sich bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden auf 2.600 pro Jahr.

Daniel Weiß legte den Bürgern am Donnerstag einen Optionsvertrag vor. In diesem Vertrag werden die genannten Preise garantiert, wenn vor September diesen Jahres mindestens 25 unterschriebene Verträge von Kunden aus Wies vorliegen, die bei Inbetriebnahme des Wärmenetzes (geplant September 2018) einen Anschluss sowie die Wärmeabnahme bestellen.

Im letzten Teil des Informationsabends informierte Paul Kempf, Geschäftsführer des Zweckverbands Breitband für den Landkreis Lörrach, die Planungen für die Verlegung des Breitband-Backbones in Wies. Die Verlegung der Glasfaserkabel wird zusammen mit der Verlegung der Wärmeleitungen vorgenommen. Der pauschale Anschlusspreis liegt bei einer Entfernung von bis zu 15 Metern bis zur Grundstücksgrenze netto bei 600 Euro, brutto bei 714 Euro. Wird der Hausanschluss gemeinsam mit dem Wärmenetzanschluss verlegt so reduziert sich der Anschlusspreis auf 400 Euro (netto). Dieser subventionierte Preis gilt nur, wenn ein Anschlussgrad von 85 Prozent erreicht werden kann.  Zum Thema der Breitbandversorgung wird es im Laufe des Sommers noch eine eigene Informationsveranstaltung geben.

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