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Die passende Deppin muss her

Überraschendes und spannungsreiches Theater in Aitern:
„Dummheit schützt vor Liebe nicht“

Aitern. Im vollen Haus in der Belchenhalle präsentierte die Trachtenkapelle Aitern am Samstag das Theaterstück „Dummheit schützt vor Liebe“ nicht. Aufregend, spannungsreich und vor allem eines war das Stück: Lustig. Die Aiterner Laientheaterspieler sind eine feste Gruppe mit jungen Menschen, die gerne auf der Bühne stehen und überzeugendes Schauspiel bieten mit jede Menge Mut, Witz und ohne Scham.

Wie immer sticht einer der Schauspieler besonders heraus. An diesem Abend war es Fabian Matt. Er spielt den dämlichen Gustav, der vor Jahren von einem Baum gefallen ist, mit Damen nichts am Hut hat und erst einmal lernen muss, dass Liebe nichts mit Zweikampf zu tun hat. Durch sein überragendes Schauspiel bringt er das Publikum schon schnell zum Lachen. Hausdrache Agnes wird von Heidi Butz gespielt, die ordentlich Temperament auf der Bühne zeigt. Ihren Mann Bauer Alfons spielt Daniel Stiegeler, der ganz und gar nicht auf den Mund gefallen ist. Tochter Susi wird von Anna Pfefferle gespielt, deren nächtliche Liebesspiele mit Benny (Christian Kiefer) für Unterhaltung sorgen.

Zum Stück: Im Bauernhaus sind alle ganz aufgebracht als das Testament des Opas auf den Tisch kommt, worin Gustav völliges Mitspracherecht gewährt wird, solange er ledig ist. Daher beschließt Bäuerin Agnes: Gustav muss unter die Haube, beziehungsweise: „Die passende Deppin muss her“. Die Turbulenzen nehmen ihren Lauf so unerwartet für das Publikum, dass jede Szene für neue Überraschungen gut ist. Allein wie Gustav mit dem Po wackelnd und neugierig wie ein kleines Kind des Nächstens durchs Schlüsselloch spickt, ist herrlich mit anzusehen. Auf der Bühne geht’s drunter und drüber. Da fliegen Schlafanzugknöpfe und Kleiderständer, Hemden werden zerfetzt, es wird gepoltert und gegrölt. Immer mehr Missverständnisse sorgen für immer mehr Chaos. Genauso wie Gustav vor Liebe, befinden sich schon bald auch die Zuschauer vor Spannung im Rauschzustand. Der dritte Akt toppt alles, ununterbrochene Spannung. Und auch Carmen Faller hat als Maske eine Glanzleistung abgeliefert. Denn nach einer Schlägerei mit Frau Großmaul (Daniela Matt) und einer Misthaufenschlacht sehen Agnes und ihr Alfons ganz und gar nicht mehr gut aus. Das Publikum freut es. Nach weiteren fast schon magischen Schlägen von Frau Großmaul nimmt die Geschichte unterwartete Wendungen. Ende gut alles gut. Gustav bekommt seine große Liebe Rosa, sein Dachschaden wird repariert und Hausdrache Agnes wird lammfromm. Wer selbst erleben will wie der lustige Schwank in drei Akten über drei Stunden amüsante Unterhaltung bietet, kann das Stück am Sonntag, 15. November um 18 Uhr nochmals anschauen. Die Theatergruppe führt es dann im Bürgersaal in Eigenregie nochmals auf.
Jede Menge Arbeit mit Regie und Proben hatten Manuele Pfefferle und Hanspeter Asal. Nicht so viel zu tun hatten die dennoch sehr wichtigen Souffleusen Lena Pfefferle und Heidi Steinebrunner. Musikalisch unterhielt vor und nach dem Stück eine Abteilung der Trachtenkapelle Aitern. Die Halloweenbaar sorgte mit gruseligen Flüssigkeiten für ein besonderes Getränkeangebot, wo bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde.

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