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„Schon früher war Wälder eine Auszeichnung“

Martin Wangler spricht mit Menschen aus dem GVV über das Thema Heimat und die Vorteile vom Landleben

GVV Schönau (vwe). Kabarettist und SWR-Schauspieler Martin Wangler war am Samstag zu Gast auf dem Belchen. Vor seinem großen Auftritt lud er am Nachmittag Vertreter aus den Bereichen Politik und Wirtschaft sowie Vereinsmitglieder und Gastgeber zu einem Stammtisch ein. „Was ist Heimat?“ wollte Wangler in der geselligen Runde wissen. Die Diskussion wurde für eine Dokumentation zum Thema Heimat gefilmt.

Auf seiner Heimattour, die schon seit über zwei Wochen läuft, war Wangler am Samstag am Belchen auf seiner 18. Station angekommen. In der Rolle des Ur-Schwarzwälders „Fidelius Waldvogel“ fuhr er mit seinem Oldtimer-Traktor und einem zur Bühne umgebauten Waldarbeiterwagen durch den Südschwarzwald. „Nirgends ist ein Stammtisch schöner als hier“, sagte Wangler auf dem Belchen und genoss den Ausblick. Da fiel ihm auch gleich das erste Thema ein: Windräder. Denn von denen sähe man hier nur wenige. „Wie habt ihr das hier nur gemacht?“, fragte er in die Runde. Schönenbergs Bürgermeister Quast sagte, es sei für alle erträglicher, wenn man Windräder bündeln würde. Außerdem habe man zu wenig Wind, informierte Annette Franz, Bürgermeisterin von Wieden. Und in Schönau gebe es keine Höhenlage, die nicht im Naturschutzgebiet liege, erklärte Schönaus Bürgermeister Peter Schelshorn. Rolf Schilller vom Gut Lilienfein in Wieden machte klar, dass er selbst gar nichts von Windrädern halte und sich den Standort für sein Gesundhaus bewusst ausgesucht habe. In Punkto Infrastruktur warf Wangler den Satz „Schönau ist nicht der Nabel der Welt“ in den Raum. „Die Menschen in der Region fühlen sich hier wahnsinnig wohl, der Bezug von Menschen zur Heimat sei groß“, sagte Schönaus Altbürgermeister Bernhard Seger. Dies sei auch ein Grund, warum es hier derzeit wieder Zuzüge und keine Landflucht gebe. Neben der Landwirtschaft war auch das Biosphärengebiet ein Thema. Dies sei eine Chance, dass junge Menschen wieder hierher kommen, man neue Arbeitsplätze bekomme und die Nebenerwerbslandwirte stärken könne, so Schelshorn. Das Biosphärengebiet bedeute die Natur zu nutzen, ohne ihr zu schaden, sie lebenswert zu erhalten für alle, die nach uns kommen, ergänzte Seger. Dass es hier auf dem Land noch Handwerker mit Substanz gebe, betonte Schelshorn als es um die Arbeitsplätze ginge. „Schon früher war Wälder eine Auszeichnung“, sagte Wangler, der selbst auf dem Land aufgewachsen ist.  Im Rahmen des 15-jährigen Seilbahn- und 150-jährigen Belchenhaus-Jubiläums berichtete Klaus-Peter Rudiger von den Sanierungsplänen des Belchenhauses. Die 36 Zimmer ständen seit 30 Jahren leer, beim Vorhaben das Haus wieder in einen Übernachtungsbetrieb umzuwandeln sei die größte Hürde die Finanzierung. Und sie alle machten auch noch einmal Werbung für ihren Belchen. So sagte Belchen-Fotograf Werner Steiger: „Das ist der schönste Berg im Schwarzwald“. Und Andreas Steiger erläuterte die Arbeit der Bergwacht auf dem Belchen.

Auf seiner Heimat-Tour habe Wangler viele interessante Menschen getroffen und von allen wollte er wissen: „Was ist für dich Heimat?“. Die Antworten auf dem Belchen waren zusammengefasst: dort wo man sich wohl fühlt, wo ich sprechen kann, wie mir der Schnabel gewachsen ist, dort, wo es saumäßig schön ist, wo die Lebensqualität und das Umfeld stimmen. Zum Ende kam die Runde dann noch auf das Thema Flüchtlinge zu sprechen. Und schnell wurde klar, dass Hilfe hier auf dem Land direkter und besser funktioniere als in der Stadt. Michael Quast schaue nun gespannt auf die Phase der Integration, die nun starte. „Doch es sagt niemand, dass wir alle in die deutsche Schublade stecken müssen“, sagte er. „Die Leute, die sich im Helferkreis engagieren, denken anders als die, die nur Bild-Zeitung lesen“, sagte Seger, der die Ehrenamtlichen lobte. Am Ende der Stammtischrunde wollte Wangler noch von jedem das liebste Heimat-Gericht wissen: Leberle mit Brägel, Schäufele mit Herdöpfelsalat, Wurstsalat und Co wurden genannt. Für Wangler selbst ist es Speck, steht doch auf seinem T-Shirt: „User Speck isch alles Tofu“.

Foto: Martin Wangler lud Vertreter von Politik, Tourismus und Vereinen zu einem Stammtisch auf dem Belchen zum Thema “Heimat” ein.

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