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Fröhlich auf beschwerlichem Weg

Rund 50 Flüchtlinge nähern sich im Unterricht von „Schopfheim hilft“ zur Zeit der deutschen Sprache an. Ein beschwerlicher, ein mühsamer Weg, denn die Verständigung zwischen Lehrenden und Lernenden klappt anfangs teilweise nur über Hände und Füsse. Jürgen Stettner, einer der ehrenamtlichen Helfer und im wirklichen Leben Sonderschul-Pädagoge, betont denn auch: „Das ist hier in meinem Kurs im Prinzip Alphabetisierung und Sprachkurs in einem.“ Die Voraussetzungen der Teilnehmer sind so unterschiedlich wie Alter und Herkunft. Die Altersspanne reicht von zwanzig bis sechzig Jahre, und manche können englisch, während andere nur ihre Muttersprache kennen und bedingt oder gar nicht schreiben und lesen können.

Allerdings:  „Wer hier dabei ist, ist  sehr motiviert“, weiß Dagmar Stettner, die sich als gelernte Sozialpädagogin einbringt. Dem entspricht die fröhliche, aber konzentrierte Atmosphäre in den Klassenzimmern, die im Theodor-Heuss-Gymnasium nachmittags zur Verfügung stehen. So passt es auch, dass Jürgen Stettner von zügigen Erfolgserlebnissen berichten kann: „Wir bieten den Unterricht seit rund fünf Wochen an und haben im Prinzip alle Buchstaben durch.“ Jetzt werden Farben gelernt, Zahlen, aber auch erste ganze Sätze. Weitere Helferinnen und Helfer unterstützen die Lehrkräfte in ihren Bemühungen, indem sie sich einzelnen „Schülerinnen“ und „Schülern“ gesondert annehmen und individuelle Hilfestellung geben. „Bei diesen starken Unterschieden der Voraussetzungen geht das manchmal gar nicht anders“, erklärt Dagmar Stettner. Wäre nämlich der Lernstoff für die einen zu schwer, sei er für die anderen zu leicht und damit langweilig, das Gleiche gelte fürs Tempo.

In diesem Sinne ist der Helferkreis dankbar für weitere Helferinnen und Helfer, die assistieren aber natürlich auch Verantwortung für eine Gruppe übernehmen könnten. Denn es wird wohl einen langen Atem brauchen, bis die Ankömmlinge der Sprache einigermaßen mächtig sind. „Im Moment sind wir personell gut aufgestellt, aber wenn im Januar weitere 100 Flüchtlinge ankommen, benötigen wir in jedem Fall weitere Helfer“, erklärt Wiltrud Straub-Goetz, welche die Deutschkurse koordiniert und im Helferkreis verantwortet. Sie betont an dieser Stelle, dass jede Lehrkraft den Unterricht nach eigenem „Lehrplan“ gestalten könne. Pädagogische Kenntnisse seien wünschenswert, aber nicht Voraussetzung. Das Lehrmaterial wiederum werde gestellt. Der Sprachunterricht ist für die Hilfe zentral – denn die Sprache zu erlernen und sich verständigen zu können, ist der Schlüssel für die Integration.

Der Sprachunterricht findet nach einem festen Stundenplan statt, der im Prinzip die ganze Woche abdeckt. In fünf Gruppen zu jeweils fünf bis sechs Personen büffeln die Lernenden an jedem Wochentag zwei Stunden. Nähere Infos für alle, die hier helfend tätig werden möchten, finden sich unter www.schopfheim-hilft.org.

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