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Verkehrsberuhigung in Schopfheim weiter problematisch

Thomas Gsell spricht mit Bürgern in Langenau

Schopfheim-Langenau. Es war eine überschaubare Zahl von Bürgern, die sich im Sportheim Langenau eingefunden hatten, um der Vorstellung von Bürgermeister-Kandidat Thomas Gsell zu folgen. Der Kandidat äußerte Verständnis. „Wenn in einem Ortsteil an vieraufeinander folgenden Tagen solche Vorstellungen stattfinden, habe ich Verständnis, wenn Bürger nicht an jedem einzelnen Termin teilnehmen wollen“, so Thomas Gsell. Aus der Versammlung wurde bestätigt, dass viele Mitbürger die Termine in der Stadthalle bevorzugen, da sie dort an einem Abend alle vier ernsthaften Kandidaten gleichzeitig erleben können.

Bürgermeisterkandidat Thomas Gsell in Langenau

Trotz des familiären Rahmens entwickelte sich in Langenau eine engagierte Diskussion der Teilnehmer mit dem Kandidaten, über Themen, die den Bürgern auf der Seele brennen. Ein wichtiges Thema war die Verkehrsberuhigung in der Innenstadt. Der Gemeinderat hatte zwar einen entsprechenden Beschluss gefasst, gegen den der Bürgermeister nachträglich sein Veto wegen rechtlicher Bedenken eingelegt hatte. Das Verfahren wurde von den Bürgern heftig kritisiert. „Warum führt Ihr einen Beschluss herbei, wenn er von vornherein zum Scheitern verurteilt ist?“, wollte ein verärgerter Bürger wissen. Thomas Gsell schilderte den Entscheidungsprozess im Gemeinderat im Zusammenhang. Bei den vorgängigen Beratungen war im Gemeinderat mit knapper Mehrheit entschieden worden, an den Markttagen (Samstag und Mittwoch) die Hauptstraße für den Autoverkehr zu sperren. Nach dem Entscheid legte der Bürgermeister sein Veto ein. Begründung: Der Gemeinderat hätte einen solchen Beschluss nicht fassen dürfen, da eine solche Teilsperrung er Hauptstraße wegen rechtlicher Bedenken nicht durchführbar sei. “Das Veto des Bürgermeisters mit dieser Begründung wurde erst nach der Abstimmung gegeben“, erklärte Thomas Gsell. Ob das Abstimmungsergebnis gleich ausgefallen wäre, wenn der Bürgermeister seine Bedenken schon vorher geäußert hätte, konnte Thomas Gsell nicht sagen. Jetzt wurde ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben mit dem die Frage endgültig geklärt werden soll. Das Ergebnis dieses Gutachtens liegt bis heute nicht vor, so dass eine Sperrung der Hauptstraße bis auf weiteres nicht angeordnet werden kann.

Der Bürger fühlte sich trotzdem „veräppelt“. „Warum kann beim Sommer-Sound die Hauptstraße tagelang gesperrt werden, aber eine Sperrung für einige Stunden soll nicht möglich sein?“, wollte er wissen. Die Frage konnte nicht im Gespräch geklärt werden. „Wir erwarten, dass diese Frage in dem Rechtsgutachten abschließend geklärt wird“, führte Thomas Gsell aus. Die Vorlage des Gutachten-Ergebnisses wird allerdings erst für Oktober2018 erwartet.

Nach seinen eigenen Vorstellungen kann die Verkehrsberuhigung allerdings weiter gedacht werden, erläuterte der Bürgermeister-Kandidat. Die Schopfheimer Innenstadt in eine reine Fußgängerzone zu verwandeln ist weder machbar noch wünschenswert, erklärte Thomas Gsell. Aber ihm schwebe vor, den Marktplatz durchgängig autofrei zu halten. Teile der Verwaltung (das Bezirksamt) könnten zentrumsnah zum Beispiel ins neue Plangebiet „Kohlengässle“ ausgelagert werden, wo neu ein Quartier mit Wohnungen, Verwaltung, Dienstleistungen und Büros entstehen soll. Die freiwerden den Gebäude an der Wallstraße und vielleicht zusätzlich am Marktplatz und der Entegaststraße könnten mit Geschäften, Gastronomie und Wohnungen zusätzliche Attraktivität für eine lebende Innenstadt sorgen und generell zu einer touristisch ansprechenderen Innenstadt beitragen. Für die Hauptstraße würde Verkehr im Schritttempo vorgeschrieben. An der Bahnhofstraße könnte man sich ein Parkdeck, eventuell mit zwei Geschossen vorstellen. Der Wochenmarkt soll auf jeden Fall erhalten bleiben, könnte sogar auf Wallstraße und Entegasststraße erweitert werden.

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Stadtbeunruhigt auch die Menschen in Langenau. Thomas Gsell beschrieb die derzeitige Situation folgendermaßen. Vor etwa zehn Jahren wiesen Untersuchungen darauf hin, dass hier im ländlichen Bereich mit schwindenden Einwohnerzahlen zu rechnen ist. Befürchtungen von einer überalternden und aussterbenden Region machten die Runde. Seinerzeit wurden Schulen und Kindergärten geschlossen.

Heute erleben wir einen ständig wachsenden Zuzug in der Region. Schon heute ist der prozentuale Zuzug in Schopfheim verglichen mit der Einwohnerzahl stärker als in Lörrach. Durch die Tallage ist der Wohnraum in Schopfheim endlich. Neue bebaubare Flächen werden knapp. Direkten Einfluss nehmen kann die Stadt im Grunde nur bei Baugebieten, die sie selbst im Eigentum hat. Die Wohnbau Lörrach verwaltet derzeit in Schopfheim 550 Wohnungen. Allerdings hat sie auch 1.000 Haushalte (nicht Personen) auf ihren Wartelisten. Thomas Gsell schlägt vor, bei neuen Bebauungen mit den Investoren fest prozentuale Vorgaben zu vereinbaren, wieviel Sozialwohnungen entstehen sollen.

Eine heftige Diskussion entstand über die Frage der Gleichbehandlung von Interessen in der Stadt und den Ortsteilen. Ein Bürger beklagte sich heftig, dass zwei Fußballvereine in der Stadt mit Förderungen durch die Stadt im sechsstelligen Bereich rechnen könnten. Während in Langenau das Anliegen, die Duschen in der Halle für (geschätzt 50.000 Euro) seit mehr als zehn Jahren immer wieder verschoben werde. Thomas Gsell erklärte sein Verständnis dafür, dass die Bürger in Langenau sich ungerecht behandelt fühlten.

Eine Mitteilung des BM-Kandidaten Thomas Gsell
zur Bürgermeisterwahl 2018 in Schopfheim

1 Kommentare

  1. Stadtbewohner sagt

    Es wäre so einfach: Die Hauptstraße als Einbahnstraße mit Verkehrsfluss Richtung Gündenhausen, Die Fahrbahn teeren, mit Zebrastreifen versehen und die längsliegenden Parkplätze zusammen mit dem frei werdenden Platz (des Gegenverkehrs) durch schräg angelegte Parkplätze ersetzen
    Fazit: Einbahnverkehr, sichereres Überqueren der Strasse, mehr Parkplätze.
    der Stadtverwaltung bereits mehrfach den Vorschlag unterbreitet, nie eine Antwort erhalten

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