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Roland Matzker plädiert für eine Politik des Gehört-werdens

Vorstellung zur Bürgermeister-Wahl in Langenau

Schopfheim-Langenau. Nach einem Dorfrundgang durch Langenau stellte sich Bügermeister-Kandidat Roland Matzker am vergangenen Dienstag in Langenau den Fragen der Bürger. Zu seiner Person führte er die Details aus, wie sie auch auf seiner Internetseite (www.roland-matzker.de) beschrieben sind. Roland Matzker (jetzt 59), in zweiter Ehe verheiratet, sechs Kinder und zwei Enkel, lebt seit 2013 in Schopfheim. Beruflich begann er als Gärtnermeister und schloss daran eine Ausbildung in der Erlebnis-, Heil- und Sozialpädagogik sowie zur Unternehmens-und Prozessentwicklung an. Nach verantwortlicher Führungstätigkeit von 2004 bis 2013 in der Schweiz arbeitet Roland Matzker heute als selbständiger Unternehmer, seit 2013als geschäftsführender Gesellschafter in Schopfheim. Er ist mit Sabine Imping Vorsitzender des Ortsverbands von Bündnis 90/ Die Grünen. Zur Bürgermeister-Wahltritt er zusammen mit dem Ortsverband der Unabhängigen in Schopfheim an.

In der Diskussion mit den Bürgern gab Roland Matzker an, dass er im Falle seiner Wahl, seine selbständige Geschäftstätigkeit ruhen lassen werde und aus seiner Gesellschaft in Gründung ausscheiden werde, um sich ganz seiner neuen Aufgabe widmen zu können.

Er wolle sich als Bürgermeister für ein neues Gesellschaftsmodell in Schopfheim einsetzen, erklärte Roland Matzker. Nach seiner Vorstellung müsse eine gegebene Problematik immer als ein Zusammenspiel aus dem Menschen, als Teil seiner Umwelt und den finanziellen Möglichkeiten betrachtet werden. Nach seiner persönlichen Erfahrung fehle in Schopfheim der Mensch als entscheidender Faktor. Deshalb plädiere er deutlich für eine Politik des Gehört-werdens. Er setze sich für eine moderne Bürgerbeteiligung in Schopfheim ein, damit die Bürgerschaft informiert, beteiligt und befragt wird und an Entscheidungen mitwirken kann.

Zur allgemeinen Finanzsituation der Stadt berichtete Roland Matzker, dass eine seiner ersten politischen Auftritte in der Stadt gewesen sei, als er zusammen mit Michael Straub im vergangenen Jahr auf dem Marktplatz das Informationsblatt „Empört Euch!“ verteilt habe. Dass er dafür vom Finanzausschuss heftig kritisiert wurde, habe ihn doch sehr erstaunt, so Matzker. Die Finanzsituation dürfe als ernst betrachtet werden, besonders seit die GPA (Gemeinde Prüfungsanstalt) der Stadt aufgegeben habe, einen Prozess der Haushalts-Konsolidierung einzuleiten. Angesichts der zahlreichen großen und finanziell herausfordernden Projekte, die die Stadt angestoßen habe, erklärte Roland Matzker, sei n Ziel als Bürgermeister sei ganz eindeutig diesen Prozess in den kommenden acht Jahren so einzuleiten , dass im Verlauf dieser Zeit die Stadt ohne neue Schulden ihre Projekte abwickeln könne.

Angesprochen auf das Schopfheimer Schwimmbad stellte Roland Matzker fest, dass bei dieser Frage sowohl die Verwaltung wie auch der Gemeinderat seit Jahrzehnten nichts gemacht habe. Während die Stadt bei ihren Pflichtaufgaben sehr gut aufgestellt sei, habe sie einige Freiwilligkeitsaufgaben gröblichst vernachlässigt. Das müsse in Ordnung gebracht werden.

Er sei auch der Auffassung, dass das Oberfeld nicht zur Bebauung freigegeben werden dürfe. Aber jetzt habe der Gemeinderat anders entschieden. Und als Demokrat stehe er auch hinter diesem Entscheid.

Grundsätzlich forderte Roland Matzker eine neue Kultur des Zusammenlebens in der Stadt. Er habe einige Gemeinderatssitzungen miterlebt, und er sei schon ziemlich entsetzt gewesen, wie die Mitglieder des Rats miteinander und mit Bürgern in der Fragerunde umgehen. Das entspreche in keiner Weise seien eigenen Vorstellungen, dass Menschen trotz unterschiedlicher Meinungen einander mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen sollten. Er wolle das grundsätzlich ändern, auch wenn ihm bewusst sei, dass für eine solche Neu-Orientierung eine Zeit von mindestens fünf Jahren erforderlich sei.

Aus der Versammlung wurde auch die Frage nach einer Verkehrsberuhigung der Innenstadt gestellt. Eine generelle Verkehrsberuhigung sei auch wegen der damit verbundenen Kosten, nicht machbar, erklärte Roland Matzker. Aber mit dem Gewerbeverein sei nun ein Kompromiss erreicht worden. Die Hauptstraße soll an den Markt-Samstagen für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Jeweils nach sechs Wochen soll geprüft werden, ob die sich für die Geschäfte in der Innenstadt negativ auswirke. Sei dies nachweislich der Fall, solle diese temporäre Sperrung der Hauptstraße wieder aufgehoben werden. „Dann müssen wir halt über andere Maßnahmen diskutieren“, so Roland Matzker. Eine Langenauer Bürgerin widersprach dieser Regelung heftig. „Eine Sperrung nur am Samstag, und nicht auch am Mittwoch, bringt für die Bürger überhaupt nichts“, äußerte sie unter dem Beifall der Versammlung.

Schon zu Beginn der Veranstaltung hatte Roland Matzker angekündigt, auch zu der Frage der ärztlichen Versorgung Stellung zu nehmen. „Aber das hebe ich mir für den Schluss auf“, hatte er erklärt. Zu diesem Punkt berichtete Roland Matzker, er habe mit Unterstützung von Josha Frey, MdL, intensive Gespräche mit den Parlamentarischen Beratern im Stuttgarter Landtag geführt. „Und ich kann Ihnen mitteilen, dass jetzt der Prozess eingeleitet ist, die Gespräche aufzunehmen, um das Alte Krankenhaus in ein Kommunales Medizinisches Versorgungs-Zentrum zu entwickeln. Hier könnten dann dringend benötige Fachärzte in der Stadt Räumlichkeiten für ihre Behandlungen finden.“

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