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Manchmal ist es eine Chance, anders zu sein

Bewegendes Theater von Schülern der Gerhard-Jung-Schule und der Kaspar-Hauser-Schule in Zell

Zell (hf). Die aktuelle Flüchtlingssituation bewegt die Menschen im Land. Und auch junge Menschen in der Schule sehen sich mit der Frage konfrontiert, wie man mit Menschen umgeht, die die Sprache noch nicht verstehen, die anders heißen und aus einer anderen Kultur kommen. Mit diesen Fragen setzten sich die Schüler der Gerhard-Jung-Schule und der Kaspar-Hauser-Schule in einer sechsmonatigen Theaterarbeit auseinander, bei der sie vom Theater „ tempus fugit“ begleitet und unterstützt wurden.

manchmal-ist-es-eine-chance-anders-zu-sein-03Das Mädchen, das neu in die Klasse kommt, heißt Bob. Das ist schon einmal ungewöhnlich. Und dann spricht sie auch noch nicht die Sprache und kann sich nicht verständlich machen. Die Schüler reagieren mit Ablehnung. Keiner will Bob neben sich in der Bank haben. Auch auf dem Schulhof erlebt Bob Demütigung, Abweisung und zum Teil tätliche Zurückweisung.  Bis man beim (dann doch) gemeinsamen Spielen entdeckt, dass Bob über eigene Fähigkeiten verfügt, die sie den anderen Kindern nahe bringt.

Die Theaterproduktion, welche die Kinder über sechs Monate zusammen mit dem Theaterpädagogen Daniel Hase erarbeiteten, Die Handlung wird auf drei verschiedenen Ebenen präsentiert. Einmal ist da die Handlung der Akteure, die in Szenen in der Klasse und auf dem Schulhof dargestellt wird. Was ein Flüchtlingskind wie Bob hat erleben müssen, wird in scherenschnittartigen Bildern auf einer Leinwand gezeigt. Sonne und Wolken, die heimatlichen Städte, spielende Kinder – und dann die Flugzeuge, die Bomben in diese Landschaft werfen und alles zerstören. Was sich in einem in der neuen „Heimat“ verstoßenen Kind abspielt, zeigen drei kleine Figuren wie im Kasperletheater, welche die inneren Monologe von Bob sprechen, die sich ja noch nicht selbst äußern kann. So kann der Schmerz seinen Ausdruck finden, die Einsamkeit und die Verzweiflung, aber auch der Wille, in der neuen Umgebung heimisch zu werden.

manchmal-ist-es-eine-chance-anders-zu-sein-02Es war ein starkes Stück, bei dem die Schulkinder die einzelnen Ebenen und ihren jeweiligen Ausdruck weitgehend selbst gestaltet hatten. Zum Abschluss der Aufführung sangen alle Kinder gemeinsam den Rap-Song der Formation „Otto Normal“ mit dem Refrain „manchmal ist es eine Chance, anders zu sein“.

Großen Beifall gab es aus dem Publikum für eine bewegende Aufführung, die eigentlich nicht nur von Flüchtlingskindern handelte.

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