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Gschweldi statt Blech am Baum

Schönauer Narrenbaum in diesem Jahr besondere Herausforderung für die Baumsteller

Schönau (vw). Ihre „Generalprobe“ hatten die Schönauer Narrenbaumsteller bereits eine Woche zuvor als sie den Zellern zum Jubiläum ihren ersten Narrenbaum stellten. In Schönau war es dann am Sonntag soweit. Beide Bäume seien mit 25,80 Meter gleich hoch, betonten die Narren immer wieder. Doch ein Detail dürfte man nicht vergessen: Das Fundament in Zell ist tiefer und so schaut der Schönauer Baum etwas länger aus dem Loch. „will sell cha ja idd si, dass i de Zeller Baum vo widder obe sih“, so Bammert „Quick“ Matthias Markanic in seiner Rede. Und diese 30 Zentimeter nehmen die Schönauer natürlich ganz genau.

Es war wahrlich kein leichtes Unterfangen und eine besondere Herausforderung für die Baumsteller am Sonntag. Der Baum, den die Männer am 7. Januar am Haselberg geschlagen hatten, war einer der dicksten und schwersten seit jeher. Auch der Schnee auf dem Untergrund machte den 31 Baumstellern zu schaffen, so mussten sie zwischendurch zur Schaufel greifen und der Schönauer Fanfarenzug und die Chaibeloch Lärtschi spielten derweil ein paar Stücke mehr. Unter strengster und genauster Beobachtung von Bammert Quick und mit geschultem Blick auf die Spietzt ging es nach jedem „und hopp“ für den Bau ein Stücken weiter von der Schräge in die Senkrechte. Und kurz vor Schluss legten die Baumsteller nochmals eine Pause ein bis die Kirchenglocken nicht mehr läuteten. Erst dann wurde der dicke Stamm mit aller Manneskraft und unter Trommelwirbel ins Loch gehievt, so dass der Baum um kurz nach 16 Uhr endlich stand. Wolfgang Kiefer hatte dann die schwierige Aufgabe, mit Steigeien hoch zu klettern, dass der Baum gefroren ist und so besonders breit machte dem jungen Kletterer zu schaffen. Doch am Ende ging alles gut und Kiefer konnte den Kranz oben einhängen und die Seile abhängen und hatte nach dem Runterklettern endlich wieder sicheren Boden unter den Füßen.

Baumspender war in diesem Jahr einer vom Fach, der Blechner Matthias Held, der selbst auch mal bei den Baumstellern war. Man hab lange überlegt wie man passend dazu den Baum schmücken solle, so Markanic. Den ganzen Dolder aus Blech zu machen, war dann doch zu gefährlich. „Doch isch iis dann die Idee cho, nach de Fasnachd mache ma do druus e öffentlich Klo“, so der Bammert in seiner Rede. Die Baumsteller ließen sich aber tatsächlich noch eine Überraschung einfallen. Statt Blech hängen nun Kartoffeln am Baum. Denn die Baumsteller bohrten „Gschweldi“ an den Baum, da dies der Spitzname des Baumspenders ist, in eine von ihnen biss er dann sogar noch herein. Der Spender bekam übrigens eine Baumsteller-Jacke, damit er nächstes Jahr wieder dabei ist bei dem starken Team.

Jede Menge los war am Sonntag im Städtle. Seit dem Baumstell-Jubiläum im letzten Jahr wird die Veranstaltung groß aufgezogen mit Narrendorf mit Buden und beheiztem Zelt. Zum Fasnachtskonzert im Zelt spielten dann der Fanfarenzug, die Bergteufel Wieden, die Sumpfgumber Grenzach-Wyhlen und die Chaibeloch Lärtschi vom Schönenberg. Auch die Liveband middleage sorgte für Unterhaltung und so wurde noch lange gefeiert.

Natürlich war auch die Gottizunft, die Zeller Fasnachtsgesellschaft, wieder vertreten. Hürus Dieter von de Kirchstroß hatte allen Spaß daran, das Geschehen am Mikrofon mit zu kommentieren. Für das schöne Jubiläumswochenende überreichte Zunftmeisterin Jojo Tröndle ihm den Mini-Bächle-Orden, im Gegenzug gab‘s für sie seinen Hürusorden. Dieser ging auch an den Bammert Quick, weil er ihm den Baum so schön senkrecht vor die Tür gestellt habe.

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