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„Für alle ein Platz an der Sonne – außer heute“

Nach Rekord-Bauzeit von 54 Wochen wurde am Samstag das neue Schönauer Freibad eröffnet

Schönau (vw). Auf diesen Tag hätten viele Bewohner des GVV Schönau schon lange gewartet – so Bürgermeister Peter Schelshorn am Samstag zu Beginn seiner Rede zur Eröffnung des Freibads. Und tatsächlich kamen zu diesem besonderen Anlass – trotz Regen – jede Menge Menschen. Die Investition von 4,3 Millionen Euro der sechs Gemeinden sei eine riesige Herausforderung, doch er sei sich sicher, dass sich diese lohnen werde, so Schelshorn währen der sich bei den teilnehmenden Gemeinden bedankte. „Jeder in zukunftsorientierte Projekte investierte Euro zahlt sich doppelt und dreifach aus“, so der GVV-Vorsitzende. Er bezeichnete das Bad als „ein wahres Schmuckstück“, wo die ganze Familie auf ihre Kosten käme. Die neue Breitwellen-Rutsche – übrigens mit 20 Metern die Längste im ganzen Landkreis -, die Spielwiese für Kinder, ein extra Bereich für die ganz Kleinen, aber auch lange Bahnen zum zügigen Schwimmen und Trainieren würden geboten. Hier fühle man sich wie in der Sommerfrische – nur am Tag der Eröffnung war davon leider nichts zu spüren. Schelshorn bedankte sich bei Stefanie Föhrenbach von der Stadt und Evi Hauser vom Planungsbüro Fritz mit Blumen. Den Betreibern der neuen Schwimmbad-Gaststätte Pit Löw und Lebensgefährtin Beate überreichte er einen Luigi, eine Trinkgeld-Kasse mit dem Wunsch, dass diese immer gut gefüllt werde. Dann lud er jeden ein, dort zu essen und zu trinken und das Gelächter war groß. Bezahlen wollte der Bürgermeister diese Einladung nämlich nicht. „Wir haben hier für alle ein Platz an der Sonne – außer heute“, sagte Schelshorn. Man solle ein oder zwei Augen zudrücken für das ein oder andere, das noch nicht fertiggestellt sei. „Aber wir haben ein neues Bad“ so der Bürgermeister. „ich freue mich, wenn demnächst unser Ehrenbürger Jogi Löw dem Freibad seinen ersten offiziellen Besuch abstattet. Möglichst mit EM-Pokal und der gesamten Mannschaft im Schlepptau“, so schloss Schelshorn seine humorvolle Eröffnungs-Rede ab.

Jochen Fritz, Geschäftsführer der durchführenden Fritz Planung GmbH betonte die absolute Rekordzeit von nur 54 Wochen für die Planung und Ausführung des Baus. So etwas ginge nur selten. Dabei hätten oft Planungsschritte parallel ausgeführt werden müssen, etwa lief die Entwurfsplanung gleichzeitig mit Ausschreibungen. Dies sei auch der Grund gewesen für die erhöhten Kosten. „Bei der Kostenschätzung waren wir im Blindflug“, so Fritz. Er nannte die wichtigsten Zahlen des Bades (siehe unten). Kleine Restarbeiten seien jetzt noch zu machen. Der Rasen konnte auf dem matschigen Untergrund nicht verlegt werden, dazu wolle man warten bis es trockener ist. Er lobte die 25 beteiligten Handwerksbetriebe. Fritz wünschte viele lange unfallfreie Sommertage im neuen Bad.

Landrätin Marion Dammann lobte das Bad und mit einem Augenzwinkern die an diesem Tag besondere „Großraumdusche“. Ein Schwimmbad sei nicht nur eine Herausforderung finanzieller Art, sondern auch während des laufenden Betriebs und im Erhalt. Pro Schwimmer zahle die Kommune durchschnittlich einen Zuschuss von fünf Euro, so die Landrätin. Sie lobte, dass die Gemeinden dieses Bad auch ohne Fördermittel gewollt und realisiert hatten und wünschte den Besuchern als auch dem Personal viel Freude.

Der katholische Pfarrer August Schuler und der evangelische Pfarrer Karlfrieder Walz nahmen dann die Segnung des neuen Schwimmbads vor. Im Schwimmbad könne man einander begegnen – Brücken bauen. Die Brücke über dem Schwimmbad helfe, aufeinander zuzugehen und verbinde, so Walz. Schuler segnete dann das Bad und die Besucher mit Weihwasser. Die Stadtmusik umrahmte die feierliche Eröffnung musikalisch. Nachdem das Buffet eröffnet wurde, stoß man mit Sekt auf das neue Bad an.

Dann kam der für alle schönste und aufregendste Teil der Eröffnung. Nachdem die Bürgermeister-Vertreter, Planer und der Bademeister gemeinsam die Eröffnungsbanderolen durchgeschnitten hatten, konnte das Bad dann endlich auch aktiv eingeweiht werden. Die Stadträte rutschten die Breitwellenrutsche herunter und sprangen die 1- und 3-Meter-Bretter herab ins glasklare Nass. Bürgermeister Peter Schelshorn hatte sich seinen blau-weiß-gestreiften Baumwollbadeanzug angezogen und machte mit. Auch dem Planer Jochen Fritz lieh man kurzerhand eine Badehose, so dass er gemeinsam mit Schelshorn die Rutsche ins Bad herabsauste. Alle waren – trotz Regen – bester Laune und zeigten sich begeistert von ihrem neuen Bad. Schon schnell füllten sich die Becken, Kinder, Jugendliche und Senioren hatten sichtlich Spaß an dem nassen Vergnügen. Schließlich war es in dem 24 Grad warmen Wasser deutlich wärmer als draußen. Doch für viele war dieses nasse Vergnügen an einem solchen Tag dann doch zu kalt. Passend dazu waren die Wünsche nach einem stabilen Hoch von Landrätin Marion Dammann. Aber so mancher Mängel wurde bei diesem ersten Test auch entdeckt: So monierte so mancher Stadtrat, dass die steile Treppe zum Sprungbrett viel zu rutschig sei.

waren-sie-auch-dabei

 

Zahlen zum Schönauer Badbau:

  • Investition in Höhe von 4,3 Millionen Euro
  • Rekordbauzeit von 54 Wochen (Spatenstich am 18. Mai 2015)
  • 5000 Kubikmeter Erstaushub
  • 500 Quadratmeter Mauerwerk
  • Über 200 Meter Rohrleitungen
  • Über 7,5 Kilometer Elektroleitungen
  • 560 Quadratmeter Absorberfläche für die Beheizung mit Sonnenenergie
  • 20 Meter –längste Rutsche im ganzen Landkreis
  • 25 beteiligte Handwerksbetriebe

 

 

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