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Fröhlicher Abschluss der Wiesentäler Kulturwochen

Inflagranti Vokal verzaubern das Publikum im Schönauer Bürgersaal

Schönau (hf). Mit ihrem aktuellen Programm „Up, up and away“ – einfach Auf und davon, schuf das Gesangsensemble „Inflagranti Vokal“ einen musikalischen Höhepunkt und einen beschwingten Abschluss der Wiesentäler Kulturwochen. Mit den originellen und höchst professionellen Arrangements, dem sicheren und mitreißenden Vortrag der Sängerinnen und Sänger und nicht zuletzt einem immer augenzwinkernden Auftritt verzauberten die fünf Gesangskünstler ihr Publikum und lösten wirkliche Beifallsstürme aus.

Passend zur jetzt bevorstehenden Jahreszeit froren die Sänger zu Beginn ihres Programms erbärmlich, hüllten sich in Mützen und Schals und legten ihren Zuhörern ans Herz „Fahr’n Se nicht zum Nordpol“, um sie gleich darauf in einem „Beautiful Balloon“ in wärmere Gefilde zu entführen. Es ging nach England, wo Bassist Bob Cavender ein Loblied auf die „Cherry Pie“ zum Besten gab. Über ein mitreißendes Südamerika-Medley ging es – Girlanden geschmückt – nach Hawaii.

Das Programm des formidablen Gesangsensembles bietet ein buntes, aber immer begeisterndes Kaleidoskop swingender, gefühlvoller aber immer faszinierender Einzel-Pretiosen Songs und Darbietungen. Ob es die Neuentdeckung des Lieds von 1602 „Thyrsis und Milla“ aus England war, das Musical-Medley aus Aristocats, Mary Poppins und dem Dschungelbuch war, in dem Bob Cavender als King Louie brillierte oder „Girls, Girls, Girls“ von Sailor, das die Sängerinnen zum Schluss in „Kerls, Kerls, Kerls“ umdichteten. Immer trafen die Künstler nicht nur den richtigen Ton, sie trafen auch immer den Geschmack ihrer Zuhörer, die sich von den Songs ganz einfach begeistern ließen. Dabei nimmt sich „Inflagranti vokal“ auch gerne mal selber auf die Schippe. Bob Cavender als heulsusiger Junggeselle, der keine Frau findet und dem am Schluss die Tränengetrocknet werden müssen, Arrangeur Klaus Streicher, dem es bei „Ham Se nich ne Frau für mich“ nicht besser ergeht, oder die selbstverliebten Sängerinnen Conny Niems und Waltraud Schwald, die „Ich find mich schön“ zum Besten geben – das Publikum geht mit und spart nicht mit dem begeisterten Applaus.

Nach dem Beifall zu urteilen, fanden die „alemannischen“ Adaptionen den größten Anklang. Der durch Frank Sinatra bekannt gewordene Klassiker „Something stupid“ fand in der Version von Waltraud Schwald und Klaus Streicher als „So’ne Seich“ begeisterte Aufnahme. Ebenfalls die (hochdeutschen) Ausführungen von Klaus Streicher zu „Muggeseggele“ und „Muckkefuck“ und ihren möglichen Bedeutungen. Die absoluten Kracher des Programms waren aber das alemannische Beatles-Medley – geschrieben anlässlich der legendären Beatles Tournee durch den Schwarzwald in den Sechziger Jahren – und als Höhepunkt das schon zur Regionalhymne mutierte „Sörfe uffem Eiemer See“. Riesen-Applaus des Publikums, das die Künstler immer wieder auf die Bühne zurückklatschte und sich erst nach einer weiteren Zugabe zufrieden gab.

Inflagranti Vokal trat in der Besetzung auf: Conny Niems und Marina Greiner (Sopran), Waltraud Schwald (Alt), Klaus Streicher (Bariton und Arrangements) und Bob Cavender (Bass).

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