Die Höchste Eisenbahn haben ihre Trommeln wieder bespannt, Saiten aufgezogen, Drum Machines entstaubt und Hüpfburgen aufgeblasen. Die Gruppe mit der „Pop-Finesse einer Band wie Steely Dan mit Indierock-Lässigkeit und der Sentimentalität eines betrunkenen Straßenmusikers“ (Bernd Begemann) lässt sich mit konzentrierten und lebensnahen Song-Geschichten hören. Die Welt, in der diese Kurzgeschichten spielen, ist mit drei Adjektiven zu beschreiben: warm, leicht, weit. Auf der Rückseite ihrer Debüt-EP „Nothing But The Truth“ – aufgenommen in den legendären Hansa Studios in Berlin unter der Regie von Tim Tautorat – liegen etliche Kopfbedeckungen. Sie sind Symbol für die vielen unterschiedlichen Stilarten, die das Freiburger Quartett The Rehats unter einem Hut vereint. Ein Stilmix, der Assoziationen zu Bands wie Mumford & Sons, The Kooks, oder auch Annenmaykantereit weckt und eine immer größere Fangemeinde anzieht.

Nakhane gilt als große Hoffnung in der Musiklandschaft Südafrikas. Die kraftvollen und gleichzeitig verletzlichen Texte des Sängers sprechen aus der Seele eines Menschen, dessen sexuelle Orientierung in der sehr engen und strengen christlichen Kultur Südafrikas viele Narben hinterlassen hat. Seine einfühlsame Stimme in Kombination mit elektronischer Popmusik und intensiven Lyrics ergibt ein intensives emotionales Erlebnis, dem man sich kaum entziehen kann.

Mayra Andrade breitet eine große musikalische Weltkarte aus: Von ihrer Heimat – den Kapverdischen Inseln – geht es über die Popmusik Europas hin zu den Träumereien des brasilianischen Tropicalismo. Ihr Gesang ist geprägt von strahlenden, tanzenden Farben, ihre Stimme klingt wie mit einem Hauch Pfeffer gewürzt. Samtige Beats und prägnante Melodien unterstützen das exotische Feeling, und so klingt die europäische Popmusik von Mayra Andrade, als wäre sie auf einer Tropeninsel entstanden. Fémina (Femina musica), das sind zwei Schwestern und eine Kindheitsfreundin aus Argentinen, die sich als Band nicht so wirklich auf einen Musikstil festlegen. Stattdessen mischen sie alles zusammen – mal Hip-Hop, unterlegt von lateinamerikanischen Rhythmen, abgewechselt von Beats, die an den Pop der frühen 2000-er Jahre erinnern, dann wieder Rap mit ein bisschen Folk und dann plötzlich Funk. Alles ist bunt, wild, passiert in irreschnellem Spanisch (und Portugiesisch) und ist so textsicher über eine breite Sparte an Themen, dass niemand Geringerer als Iggy Pop sich bereits als Fan bekennt.

D/troit, Dänemarks feinste Soul-Band kommt nach ihrem umjubelten Support-Auftritt im letzten Jahr 2019 zu STIMMEN zurück. Die dänischen Musiker klingen so authentisch nach dem typischen Soul ihres Bandnamens, dass man meinen könnte, das Quintett habe sein Leben bisher in der Motor City Detroit zugebracht und lasse die heißen Rhythmen der dortigen Musikkultur nun in seinem Blutkreislauf zirkulieren. Süß, soulig, warm und rau ist ihre Musik, die sich unwiderstehlich sich im Ohr einnistet und den Bewegungsapparat zum Tanzen bringt.

Zum Festivalfinale im Rosenfelspark kommt mit Kiefer Sutherland und seiner Band Hollywood nach Lörrach. Der als Schauspieler hochdekorierte Leinwandstar Kiefer Sutherland ist ein Multitalent. Seit einigen Jahren wandelt er sehr erfolgreich auch auf musikalischen Pfaden und verwandelt persönliche Erfahrungen in Songs, die in der Tradition amerikanischer Musik wurzeln. Kiefer Sutherland erzählt in seinen ungeschliffenen musikalischen Diamanten Geschichten ebenso überzeugend und emotional wie als Schauspieler. Doch nur in seinen Songs kommt die persönliche Seite von Kiefer Sutherland ungefiltert, authentisch und pur zum Vorschein. Wayne Graham ist die Band zweier Brüder. Sie heißen Kenny und Hayden Miles und stammen aus Whitesburg, einem ehemaligen Bergbaustädtchen im Südosten von Kentucky. Die Musiker sind Virtuosen an ihren Instrumenten, schreiben fantastische Songs und würzen ihre zum Teil mit bitteren politischen, aber auch rätselhaft geheimnisvollen Texten versehenen Songs mit jeder Menge Country und Blues, den sie bei ihren musikalischen Idolen aufgesogen haben.