Begeisterndes & Kultur, Lokales
Schreibe einen Kommentar

Eine neue Kultur des Essens

Slow Food-Siegel für Dorfgasthaus „dasrößle“ in Geschwend / drei weitere Wiesental-Gasthäuser in Genussführer aufgenommen

Todtnau-Geschwend (vw). Das genossenschaftliche Dorfgasthaus dasrößle in Geschwend hat am Freitag die Urkunde und den Genussführer-Siegel der Slow Food Gruppe Lörrach überreicht bekommen. Mit diesem Slow Food Siegel werden diejenigen Gastronomen auszeichnet, die nach Slow Food-Kriterien arbeiten und deshalb eine Aufnahme in den Slow Food Genussführer geschafft haben. Das Siegel mit der roten Schnecke soll künftig am Eingang die Gäste darüber informieren, dass dieses Gasthaus Slow Food zertifiziert ist.

Michael Schreier und Barbara Stecher von der Slow Food-Gruppe Lörrach überreichten das Genussführer-Siegel dem Vorsitzenden Ewald Dießlin und dem Rößle-Küchenchef Michael Spitz. Slow Food betrachte eben nicht nur das Essen an sich, sondern das ganze Konzept der Gasthäuser. Traditionelles, regionales Essen sei wichtig, besonders berücksichtigt werde aber der Aspekt des Fairen in der gesamten Handelskette – vom Erzeuger über den Händler bis hin zum Koch. Drei verschiedene Testgruppen der Slow Food-Gruppe Lörrach kamen in unterschiedlichen Zeiträumen in verschiedene Gasthäuser. Den Aspekt der Genossenschaft, das Ambiente und das Historische habe die ehrenamtlichen Tester auf das Gasthaus dasrößle neugierig gemacht, so Schreier. Nach den erfolgreichen Tests folgte dann das Gespräch mit dem Geschäftsführer sowie ein Rundgang durch das Haus. Dabei wurde auch die Führung des Hauses genauer unter die Lupe genommen. Denn auch ein faires Betriebsklima sei Slow Food wichtig. Anschließend folgte die Empfehlung an die bundesweite Kommission, die dann die Entscheidung traf, auch dasrößle mit in den neuen Genussführer 2017/2018 aufzunehmen.

Bei der Bewertung wird vor allem auch die Herstellung berücksichtig. So punktet hier lokale und traditionell hergestellte Ware aus nachhaltigem Anbau. Im Rössle etwa kommt das Bauernbrot und Gemüse vom Hoflieferanten aus Schallbach, der Fisch kommt aus Lauchringen. Chefkoch Michael Spitz verarbeitet das Fleisch von Qualivo von ausgewählten Höfen, welches eben genau die Slow Food-Kriterien erfüllt. Mit Aktionen wie „vom Geschwender Weiderind“ gibt es dann auch regelmäßig Fleisch vom Landwirt Zimmermann aus Geschwend. All dies sei preiswert, aber fair und somit nicht auf Kosten von irgendjemand, ganz nach dem Motto von Slow Food. Auch wenn es auf der Speisekarte Gerichte gibt, die in Vergessenheit geraten sind, kommt dies bei den Slow Food-Testern besonders gut an. So auch im Rössle geschehen. Hier werden nicht nur spezielle Apfelsorten verwendet, sondern es stehen auch die „guten alten“ Ochsenfetzen, „suure Leberle“ oder bald auch wieder das Graupenrisotto auf der Karte wie Geschäftsführer Ewald Dießlin erläuterte.

„Dass alles seine Zeit braucht, damit es gut wachsen kann und somit seinen guten Geschmack erhält und das ohne Chemie“, darauf legen die Slow Food-Vertreter besonders Wert, erzählt Barbara Stecher. Das Dorfgasthaus dasrößle wird nun von Slow Food-Betreuer Michael Schreier betreut. Bevor in zwei Jahren der neue Genussführer erscheint, müssen alle darin enthaltenen Gasthäuser erneut bewertet werden. So kann es auch schon mal vorkommen, dass das ein oder andere Gasthaus „rausfliegt“.  Für den neuen Genussführer wurden vier Gasthäuser aus dem oberen Wiesental in den neuen Genussführer aufgenommen. Neben dem „dasrößle“ sind dies das Gasthaus Adler in Atzenbach, die Tanne in Tunau, sowie der Waldfrieden in Herrenschwand. Man könnte durchaus viel mehr Gasthäuser aufnehmen, wie Schreier erzählt, jedoch sei Slow Food rein ehrenamtlich und da bleibt nicht mehr Zeit. Mit Slow Food betreibe man eine „neue Kultur des Essens“, es sei ein Gegenentwurf von Fast Food. Slow Food wurde in Deutschland bereits 1992 gegründet und hat 14000 Mitglieder. Man ist aber auch international tätig.

Finden Sie mehr Informationen zum Historischen Dorfgasthaus dasrößle eG

 

Foto (von links): Vorsitzender: Ewald Dießlin, Barbara Stecher von der Slow Food-Gruppe Lörrach, Rößle-Chefkoch Michael Spitz und Michael Schreier, Betreuer der Slow Food-Gruppe Lörrach sind allesamt überzeugt von nachhaltiger Erzeugung und traditionsbewusstem Essen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.