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Begegnungen mit den Partnerstädten

Die Einladungen aus Kleinmachnow und Ronneby sowie das Komitee-Treffen mit Poligny lagen eng beisammen.

Kleinmachnow:

Eine Schopfheimer Delegation mit Bürgermeister Christof Nitz reiste vom 26. bis 29. Mai auf Einladung von Bürgermeister Michael Grubert in die Partnerstadt Kleinmachnow. Anlass war die offizielle Beurkundung der Partnerschaft zum 20-jährigen Bestehen. Beim offiziellen Abend wurde fachlichem Austausch und freundschaftlichen Gesprächen auch Rückblick gehalten. Einem historischen Dokument entsprechend reichen die Verbindungen zwischen Schopfheim und Kleinmachnow auf Ende der 1940er Jahre zurück. Nicht nur zu diesem Zeitpunkt, sondern auch in den 1960er Jahren wurden durch die Evangelische Kirchengemeinde Schopfheim Carepakete zur Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger von Kleinmachnow auf den Weg gebracht. Nach dem Mauerfall unterstützte der damalige Bürgermeister Klaus Fleck und weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Kommune im Osten bei Planungsaufgaben, Infrastruktureinrichtungen und im Bereich innere Verwaltung. In diesem Jahr stand auch Historisches auf dem Besuchsprogramm mit dem Rundgang durch das attraktive Scheunenviertel, Hakesche Höfe und dem Blick vom Fernsehturm in Berlin. Bei einer Informationsfahrt durch Kleinmachnow konnte sich die Schopfheimer Delegation bestehend aus Stadträten, Mitgliedern des Partnerschaftskomitees und der Evangelischen Kirchengemeinde von der enormen Entwicklung Kleinmachnows überzeugen. Archäologische Ausgrabungen im „Alten Dorf“ auf dem einstigen Gutshof der Familie Hake gaben Zeugnis der Vergangenheit. Auch beim Ausflug nach Beelitz und dem Besuch der ehemaligen Heilstätten für Lungen- und Tuberkulosekranke wurden Erinnerungen an die damalige Zeit geweckt. Das Schleusenfest aus Anlass des 110-jährigen Bestehens und das spektakuläre Feuerwerk rundeten das Besuchsprogramm ab, dabei kam das Gesellige nicht zu kurz und schöne Stunden in herzlicher Atmosphäre vertieften die freundschaftlichen Verbindungen. Im Fokus der jährlichen Begegnung stehen immer wieder kommunale Themen, zu denen Ratschläge und Anregungen ausgetauscht werden.

Ronneby

Auf Einladung der schwedischen Partnerstadt Ronneby waren Bürgermeister Christof Nitz und 4 Stadträte beim Nordic Town Twinning Meeting vom 1. bis 4. Juni in den hohen Norden gereist. Neben der Delegation aus Schopfheim nahmen auch Vertreter aus den anderen Partnerstädten Steglitz- Zehlendorf/Deutschland, Elblag/Polen, Hoyanger/Norwegen und Mänttä/Finnland an der Begegnung teil.

Um gegenseitig zu profitieren, wurden Workshops zu Themen der Flüchtlingsunterbringung eingerichtet. Interessant dabei war die Tatsache, dass die Stadt Ronneby in Schweden eine Vorreiter und Vorbildfunktion einnimmt. Sie kümmert sich vom ersten Tag an sehr intensiv um ankommende Flüchtlinge, gleich welchen Alters. Im Vordergrund steht zunächst einmal das Erlernen der schwedischen Sprache, wobei es den Verantwortlichen in der Stadt Ronneby darum geht, dass die Flüchtlinge die Sprache tatsächlich lernen – egal wie lange sie dafür brauchen. Mit einem enormen Personal- und Infrastruktureinsatz gelingt in relativ kurzer Zeit eine vorbildliche Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft Schwedens. Dabei geht es auch um Fragen der Gesundheit, Möglichkeiten einer schnellen Arbeitsaufnahme und vor allem um das Thema „sich wohlfühlen“.

Ronneby hatte vor der Flüchtlingswelle eine sinkende Bevölkerungszahl und ca. 300 leerstehende Wohnungen. Seit zwei Jahren wird das Flüchtlingsprogramm intensiv betrieben – die Bevölkerungszahl hat sich ins Positive gedreht, der Altersdurchschnitt wurde deutlich gesenkt, und Ronneby hat nunmehr keine leerstehenden Wohnungen mehr, sondern sogar ca. 300 Personen, die eine Wohnung suchen.

Anders als in Deutschland wird jeder Kommune in Schweden ein bestimmter Betrag pro Flüchtling im Jahr direkt zugewiesen. Was die jeweilige Kommune damit macht, ist deren Sache.
Zwischeninstanzen – so wie wir dies kennen – gibt es in Schweden nicht.

Die Bürgermeister der anwesenden Partnerstädte haben sich an einem Nachmittag zusammen gesetzt und darüber beraten, wie man den europäischen Austausch zwischen den Städten vor allem für Jugendliche attraktiver und intensiver gestalten kann. Dazu wird die Stadt Ronneby im nächsten Jahr zwei jungen Leuten zwischen 14 und 18 Jahren aus den jeweiligen Partnerstädten für ca. eine Woche Gelegenheit bieten, sich am Gesangsfestival in Ronneby zu beteiligen. Auch die Stadt Schopfheim hat vor, zwei junge Menschen nach Ronneby zu entsenden. Wer dies sein wird, wird sich in den nächsten Monaten erweisen. Dabei sind wir natürlich auch auf die Hilfestellung der Schulen bzw. der Vereine angewiesen.

Der internationale Austausch kam bei diesem Treffen nicht zu kurz. Bei wunderschönem Wetter wurde viel über politische Situationen, Verwaltungsaufbau und Abläufe und die jeweilige Situation vor Ort diskutiert.

Dank einer hervorragenden Organisation und einem unglaublich engagierten Gemeinderat in Ronneby werden die vier Tage den mitgereisten Teilnehmern ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Die Vertreter der Stadt Ronneby freuen sich schon jetzt auf das anstehende 30-jährige Partnerschaftsjubiläum im Jahr 2017 in Schopfheim.

Poligny

Schon zur festen Einrichtung ist das jährliche Treffen der Jumelage-Komitees von Poligny und Schopfheim geworden. Am vergangenen Samstag haben die Freunde aus Poligny nach Ornans am Fluss Loue im französischen Jura eingeladen. In einem Klostergarten traf man sich zum mitgebrachten Essen, dabei durfte der Käse aus Poligny nicht fehlen. Nach einer Ortsführung und dem Besuch des Geburtshauses – heute ein Museum – des bekannten französischen Malers Courbet, stand ein geselliges Beisammensein mit französischen Liedern ganz im Zeichen der Freundschaft und der Verständigung.

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