Meinungen, Regionales aus der Redaktion, Wiesentäler Zorz
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Taktik gewinnt

Es ist wie auf dem Fussballplatz: Oft entscheidet nicht die Mannschaft das Spiel für sich, welche die besseren Stürmer, die filigraneren Techniker oder den angriffslustigeren Stil spielt, sondern diejenige, welche die intelligentere Taktik verfolgt. Da müssen die Gegner einer Bebauung des SV-Sportgeländes und der Zusammenlegung der Sportplätze noch deutlich dazu lernen. Denn das letzte Spiel ging eins zu null an den Bürgermeister, der ja bekanntermassen genau diese Zusammenlegung möchte. Und natürlich an die CDU, die allerdings weniger durch taktische Finesse auffällt, sondern staunend anerkennend folgt, wenn Bürgermeister Christof Nitz ein neues Kaninchen aus dem Hut zaubert. Zum Beispiel, wenn er gekonnt mit der Geschäftsordnung jongliert und „weitergehende Anträge“ und „pragmatische Ansätze“ zum gewünschten Ziel führt.

Keine Frage, der taktische Winkelzug ist aufgegangen: Beschlussvorlage Spitz auf Knopf mit noch nicht im Detail bekanntem Zahlenmaterial als Versuchsballon steigen lassen, die Gegner wütend aus der Reserve locken, Unentschiedene zaudernd abwägen lassen, öffentliche Fragen provozieren, dann das Ganze abblasen, um neue Zeit zu gewinnen. So erfährt man, wo die Sturmspitzen ihre Schwächen haben, wo die Risse und möglichen Ansatzpunkte in der gegnerischen Abwehr verborgen sind – und vor allem, welche gegnerischen Spieler nicht so gut oder überhaupt nicht miteinander können.

Weitere Diskussion und Entscheid vertagt, Zeit gewonnen und damit weitere Möglichkeiten, die verschiedenen Interessengruppen zu „bearbeiten“. Ein zu null eben. Obwohl sich der SV Schopfheim klar gegen eine Verlegung stellt, obwohl der Tennisclub nicht nach Fahrnau möchte, obwohl eine BI offensichtlich mit Erfolg Unterschriften sammelt, und obwohl einst von Christof Nitz zu vernehmen war: „Wenn die Vereine das nicht wollen, ist das vom Tisch“. Warum eigentlich ging dieses Spiel aber trotzdem an die Befürworter um den Bürgermeister? Die Fakten liegen doch schon lange auf dem Tisch. Michael Straub hat es schön auf den Punkt gebracht: „Wer für die Zusammenlegung der Sportanlagen ist, möchte ganz einfach an das Gelände im Oberfeld“. Und im Gegenzug, wer die Zusammenlegung nicht möchte, will die stadtnahe Sportanlage erhalten sehen. So einfach ist es tatsächlich. Aber es ist eben wie im Fussball, wer die bessere Taktik und den längeren Atem hat gewinnt.

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1 Kommentare

  1. Bernd Bauknecht, Schopfheim sagt

    Inzwischen ist die Unterschriftenliste des Bürgerbegehrens „Erhalt der Oberfeldsportstätten“ online: http://pro-oberfeld.de/liste.pdf

    Bitte ausdrucken, Unterschriften sammeln und bei der angegebenen Adresse abgeben! Danke!

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