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Staatspreis für Zeller Theaterspieler

Mit dem Landesamateurtheaterpreis von Baden-Württemberg Lamathea 2017 für das beste Mundartstück ausgezeichnet zu werden ist für die Theatergruppe der Trachtengruppe Zell ein großer Erfolg. Mit der Komödie „Verliebt, verlogen, verheiratet“ setzte sie sich bei 16 Nominierten durch und konnte die Auszeichnung jetzt von von Regierungsvizepräsidentin Gabriele Mühlstädt-Grimm im Rahmen des Preisträgerfestivals in Karlsruhe in Empfang nehmen.

Der Landesamateurtheaterpreis Lamathea ist der einzige Staatspreis für Amateurtheater in Deutschland und wird alle zwei Jahre in sieben Kategorien an die besten Theaterproduktionen in Baden-Württemberg vergeben. Die Komödie in alemannischer Mundart der Theatertruppe der Zeller Trachtengruppe war eines der 16 nominierten Stücke. Wie Rüdiger Erk, Theaterpädagoge, Regisseur, Intendant sowie Jurymitglied bei seiner Laudatio betonte, war es für die Jury ein hartes Stück Arbeit, den Preisträger zu ermitteln. Auffallend viele Bewerber traten mit Boulevardkomödien an, einem Genre, das sich für manche als Stolperstein erweist, weil oft das Spieltempo und das Timing fehlen.

„Verliebt, verlogen, verheiratet“ ist eine Farce vom englischen Autor Ray Conney, die in England erstmals im Jahr 2001 unter dem Originaltitel „Caught in the Net – Run for your Wife again“ aufgeführt wurde. Der Regisseur des Zeller Ensembles, Gotthard Jost, hat sich bewusst für dieses rasante und turbulente Stück entschieden und in der Mundartdichterin Heidi Zöllner eine perfekte Übersetzerin gefunden. Sie hat nicht nur übersetzt, sondern den Text auch auf die Mentalität der Alemannen adaptiert. Den verschiedenen Charakteren und Altersgruppen wird sie mit Sprachnuancen gerecht. So haben die Jugendlichen eine gänzlich andere Sprache als die Eltern oder gar der verdatterte Alte – so vielfältig kann alemannisch sein.

Mundarttheater wird oftmals mit derbem Bauernschwank gleichgesetzt, so wie Blasmusik oft als reine Bierzeltunterhaltung abgekanzelt wird. Gotthard Jost ist es mit seiner ersten Inszenierung mit dieser Truppe gelungen, diesen Verdacht Lügen zu strafen. Er hat gezeigt, dass ein überaus humorvolles und irrsinnig komisches Stück nicht niveaulos oder albern sein muss. Das Ensemble agiert in dem abendfüllenden Stück absolut souverän, konzentriert und, wenn die Situation es verlangt, blitzschnell.

Interessant für die Jury war auch das Bühnenbild. Es zeigt gleichzeitig zwei verschiedene Wohnzimmerhälften, die nur farblich voneinander getrennt sind. So werden zwei Spielorte teilweise parallel bespielt oder aber, wenn’s all zu turbulent wird überschneiden sich die Räume, zumal das mittig stehende Sofa sowohl zum einen, als auch zum anderen Wohnzimmer gehört.

Aufgrund dieser Auszeichnung haben sich die Verantwortlichen der Theatergruppe Zell entschlossen, dass erfolgreiche Stück noch viermal auf der Bühne des Pfarrsaals in Zell zur Aufführung zu bringen. Die Termine sind der 20. und 21. Oktober, jeweils um 19 Uhr, sowie der 23. Und 24. Oktober 2017, jeweils um 19:30 Uhr. Eintrittskarten sind beim Büro des Zeller Bergland Tourismus und im Hotel-Restaurant Löwen erhältlich. Beide Vorverkaufsstellen sind in der Schopfheimer Straße in Zell. Im Eintrittspreis inbegriffen ist ein Apéro vor Beginn der Vorstellung.

Titelfoto: Das Ensemble der Trachtengruppe Zell nach der Preisverleihung (v. l.): Stefanie Waßmer, Andreas Müller mit dem Pokal, Silvia Chiarappa, Gotthard Dietsche, Carmen Döbele, Daniel Greiner, Regisseur Gotthard Jost mit der Preisträgerurkunde, Axel Umber
Foto: Gabriele Decker

Ein Bericht von Uli Merkle – Theatergruppe der Trachtengruppe Zell

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