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Sportplatz-Diskussion: Grüne beziehen Position

Volles Haus bei der gestrigen Gemeinderatssitzung am Montag, 11. April im eigens für den erwarteten Andrang reservierten Feuerwehrgerätehaus. Über hundert Zuhörer waren erschienen, um der öffentlichen Sitzung an diesem Abend zu folgen. Neben dem nach wie vor in Teilen der Gersbacher Bevölkerung strittigen Thema des Baus von Windrädern (hier ging es eigentlich an diesem Abend lediglich um die Information über den technisch-organisatorischen Ablauf der Baumaßnahmen), diskutierten die Schopfheimer Räte vor allem das weitere Vorgehen im Fall Zusammenlegung der Schopfheimer Fussballplätze beziehungsweise die künftig mögliche Bebauung des SV-Sportgeländes.

Jürgen Moser vom gleichnamigen Lörracher Architekturbüro stellte die nach seinen Worten „auftragsgemäß umgesetzten“ Ergebnisse seiner Kostenstudie vor. Dabei standen drei Varianten im Fokus seiner Ausführungen. Eine Variante, nämlich die Sanierung der bestehenden Gebäude (energetisch, technisch auf neuestem Stand, Erweiterung um zwei neue Umkleiden/400-Meter Tartanbahn, Flutlichanlagen, Kunstrasenplatz etc.)  in Schopfheim und Fahrnau einschließlich Sanierung der Außenanlagen würden in Schopfheim mit 1,82 Mio. Euro zu Buche schlagen, in Fahrnau mit 1,3 Mio Euro, in der Summe also mit 3,12 Mio. Euro. Eine zweite Variante, nämlich der Neubau der Gebäude in Schopfheim und Fahrnau sowie komplette Sanierung der Aussenanlagen inkl. diverser Erneuerungen und Ergänzungen würden in Schopfheim 2,4 Mio. Euro kosten und in Fahrnau 1,86 Mio. Euro, in der Summe also 4,26 Mio. Euro. Die große – bekanntlich von der Stadtverwaltung favorisierte – Lösung mit der Zusammenlegung der Sportplätze in der Grienmatt mit zwei Trainingsplätzen (Kunstrasen) und zwei Rasenfeldern inklusive der gesamten neuen Infrastruktur kosteten nach der Prognose von Jürgen Moser 6,9 Mio. Euro.

Die Stadtverwaltung hatte schon im Vorfeld angekündigt den Entscheid gerne vertagen zu wollen – nach „Gegenwind“ aus den verschiedenen Fraktionen und vom SVS nach Bekanntwerden der Beschlussvorlage. Die SPD stellte einen gleich lautenden Antrag. In den Stellungnahmen der CDU-Räte, der Freien Wähler und der Unabhängigen folgte man dieser Marschrichtung. Man wolle sich mit den an diesem Abend vorgestellten Zahlen intensiver auseinandersetzen, vielleicht noch weitere Fragen stellen und beantwortet haben (Kai Horschig, Unabhängige) und einen Blick aufs Große und Ganze werfen (Peter Ulrich, SPD).

Allein die Grünen um Michael Straub bezogen an diesem Abend klar Position. „Wir verwehren uns dem Anliegen nicht, nochmals nachzudenken und zu vertagen, aber wir sind uns schon heute über unsere Stellung im Klaren: Wir wollen keine Zusammenlegung und wir wollen keine Bebauung des Sportgeländes im Oberfeld“, erläuterte Michael Straub in einem ausführlichen Statement. Er hatte Zahlen zusammengetragen, die aus seiner Sicht klar belegten, dass der viel beschworene Wohnungsbaubedarf die Bebauung des Sportgeländes, aber auch des Bolzplatzes im Oberfeld nicht notwendig machten, begründete er diese Position. Und zog den Schluss: „Alle hier im Rat, die die Bebauung wollen, wollen sie alleine, weil sie das Sportgelände wollen.“

Im Ergebnis mündete die ausführliche Diskussion in der Abstimmung zugunsten einer Vertagung.

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