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Noch kein Entscheid zur Kleinkindbetreuung

Gemeinderat Kleines Wiesental vertagt nach engagierter Diskussion die Entscheidung

Kleines Wiesental (hf). Die „zukünftige Form der Kleinkindbetreuung in der Gemeinde“ war das Hauptthema der Gemeinderatssitzung der Gemeinde Kleines Wiesental am vergangenen Mittwoch. Da es kein einheitliches Meinungsbild gab, einige Räte noch einmal weitere Informationen wünschten respektive weiteren Gesprächsbedarf anmeldeten, wurde ein Entscheid auf Antrag aus dem Gemeinderat vertagt.

Zum Einstieg in die Diskussion wiederholte Bürgermeister Gerd Schönbett die Position, die sich aus Sicht der Verwaltung als zukunftsweisende Variante ergeben könnte. Es gebe in der Gemeinde den Bedarf für eine Kleinkindbetreuung, die umso mehr erforderlich werde, wenn verstärkt junge Familien ins Tal gezogen werden sollen. Eine Zentralisierung dieser Kleinkindbetreuung sei aus praktischen wie aus Kostengründen zu bevorzugen. Eine solche zentrale Kinderkrippe könnte in Tegernau im Verbund mit der Schule realisiert werden. Dann sei zu erwägen, ob in Tegernau ein neuer Kindergarten mit Krippe entstehen sollte, bei Aufgabe der KiGa-Standorte Wies und Neuenweg.

Pfarrer Christian Rave empfahl eine Differenzierung. Kleinkindbetreuung bedeute nicht zwingend Kinderkrippe, man habe auch mit dem Modell von Tagespflegeeltern eine ernst zu nehmende Alternative.  Zu den Kinderzahlen überraschte Pfarrer Rave mit einer neuen Liste derzufolge es schon jetzt 107 kindergartenfähige Kinder bei nur 91 KiGa-Plätzen gebe. Daraus folgerte Christian Rave: „Es wird etwas passieren müssen, und es wird einen Neubau brauchen.“ Eine Zentralisierung in Tegernau biete Vorteile, da dann die Kinder über fast zehn Jahre an einem Ort bleiben könnten. Auf der anderen Seite seien auch die bestehenden Kindergärten in ihren Dörfern bestens vernetzt und trügen zur Lebensqualität aller Menschen im Dorf bei. Christian Rave sprach sich für die Zentralität aus, „aber die Qualität muss das Ausschlaggebende sein“. Ein eindeutiges Votum könne er aber nicht abgeben, sagte der Pfarrer.

In der Diskussion wurden bekannte Positionen wiederholt. Besonders aus den Ortsteilen, die noch einen eigenen Kindergarten haben, wurde gegen eine Zentralisierung und für den Erhalt der bestehenden Einrichtungen plädiert. Ganz anders die Gemeinderäte, die vor sieben Jahren in ihren Ortsteilen die Kindergärten hatten aufgeben müssen.  Jürgen Lacher fasste die Position zusammen. „Die Gemeinde kann sich einen vierten KiGa nicht leisten“, führte Jürgen Lacher aus. „Wenn die Eltern eine Krippe möchten und man dafür einen Kindergarten schließen muss, dann ist das halt so.“  Eine Neubürgerin nahm aus ihrer Sicht zu dem Risiko Stellung, junge Familien würden durch das Fehlen eines Kindergartens im Dorf abgeschreckt. „Wenn eine junge Familie bewusst aufs Land zieht, dann will sie aufs Land und ist sich der damit verbundenen Einschränkungen wohl bewusst“, erklärte sie.

Einen ganz neuen Aspekt brachte Ernst Kallfass in die Diskussion. „Wir reden über die Schließung von Kindergärten, aber wir leisten uns zwei Grundschulen“, merkte er an. Würde man die Grundschule in Wieslet aufgeben, gebe es genügend Platz für eine Vergrößerung des dortigen Kindergartens inklusive einer neuen Kinderkrippe. „Die Aufgabe der Schule widerspricht dem bestehenden Einigungsvertrag“, warf dagegen Ortsvorsteher Heinz Eichin ein.

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