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Märchenhafter Zunftabend in Schönau

Narrenzunft Schönau reißt ihr Publikum mit

Schönau (hf). Der Zunftabend der Narrenzunft Schönau – unter dem Motto „Geschichten aus 1001 Nacht“ war ein mitreißender Volltreffer. Mit humoristischen Einlagen, Gesangs- und vor allem den Tanzeinlagen der Zunftgarde bescherte die Narrenzunft Schönau ihren Gästen einen Abend, der lange in Erinnerung bleiben wird.

Für die Narren auf der Bühne war der Höhepunkt des noch jungen Jahres zweifellos der Neujahresempfang des Bürgermeisters, der offensichtlich bemüht gewesen war, sich mit seinen Ausführungen zum kommunalen Haushaltsrecht einen Platz im Guinness Buch der Rekorde zu sichern. Diese – gefühlt dreistündige – Ansprache und der verzweifelte Versuch des Bürgermeisters, den USB-Stick mit seiner Präsentation wieder zu finden (er hatte ihn in seiner Hosentasche), hatte so nachhaltigen Eindruck hinterlassen, dass er immer wieder närrisch kommentiert wurde.

Nach dem Einzug des Fanfarenzugs und der Eröffnung durch Ozume  JoJo Tröndle enterte der „Emir von Scheenau“ Peter Schelshorn die Bühne, um der Oberzunftmeisterin ordentlich die Leviten zu lesen. Da sie im Vorjahr am Fasnachtsdienstag den Rathausschlüssel ohne eine Rede zurückgegeben hatte, verknackte sie der Emir zu (mindestens) fünf Runden an die Guggemusiker der Zunft und ließ sie das auch öffentlich beschwören. Die Ozume revanchierte sich mit einer Beschreibung der Schwimmbaderöffnung. Das Wetter sei zwar nicht so doll gewesen, berichtete sie. Aber als der Bürgermeister über die Rutsche ins Becken plumpste, sei das Becken halb leer und der Campingplatz überschwemmt gewesen. Emir Schelshorn gab den Schlüssel aber doch her, und das närrische Treiben nahm seinen Lauf.

Die Moderation des Abends übernahmen Aladin (Matze Lais) und Jasmin (Alexander Knobel), die immer wieder eigene Kommentare zum Stadtgeschehen einflochten. Den ersten Höhepunkt lieferte Klaus Karle als das 110jährige Fräulein Baumann, mit ihren Berichten aus dem Betreuten Wohnen, „das ist Einzelhaft für Senioren mit Freigang“. Die Beschreibung des Auto-Ausflugs der beiden älteren Damen – Frl. Baumann und Liesbeth – mit 20 auf der linken Spur der Autobahn („ihr Vater war Holländer“) löste tobende Heiterkeit im Saal aus. Der nachfolgende Auftritt der „Teufels-Scheiche mit ihren Wunderwampen“ war nichtdazu angetan, die Stimmung zu beruhigen. Jedenfalls musste die Bauchtanzeinlage spontan wieder holt werden. Die beiden „Rätschwieber“ Toska und Johanna (Hannes Kohler und Thorsten Keller) philosophierten über ihre Beziehung (Toska: für mich gibt es Beziehung nur noch ambulant) und die anstehende Bundestagswahl, was Toska beim Stichwort Siegmar Gabriel zu der Bemerkung veranlasste, „früher waren Dick und Doof noch zwei verschiedene Personen“. Und wieder die Schwimmbaderöffnung. Johanna schwärmte vom Ganzkörperschwimmanzug des Bürgermeisters. „Da kommt die ganze Natur zum Ausdruck“, was Toskas Kommentar auslöste „Die Natur kann manchmal ganz schön grausam sein“.

Im Beitrag „die süße Versuchung“ nahmen Jörg und Sabine (Jörg Lais und Sabine Kiefer) als Schwarzwälder Kirschtorte die kleinen Narreteien aus dem Stadtgeschehen aufs Korn, während anschließend die Schönauer Hexen mit ihrem gerappten „Hulapalu in der Hexenküche“ wieder einen echten Knaller auf die Bühne brachten, der dann auch spontan wiederholt werden musste.

Einige Impressionen des Abend

Unbedingt erwähnt werden müssen die großartigen Tanzeinlagen der Damen der Zunftgarde. Ob beim Gardetanz „Narhalla“ oder beim späteren „Heimflug aus dem Orient“, die Darbietungen der Tänzerinnen rissen die Gäste in Buchenbrandhalle buchstäblich von den Stühlen. Lautstarker, wilder Applaus und begeisterte „Zugabe“-Rufe und spontane Wiederholungen waren der Beweis, wie sehr sich die Zunftgardistinnen in die Herzen der Narren getanzt hatten.

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