Begeisterndes & Kultur, Regionales aus der Redaktion
Kommentare 1

Keule hoch!

Beim Germanenfest in Mambach waren wieder mehrere Tausende Besucher

„Keule hoch“ hieß es wieder am vergangenen Wochenende in Mambachs Eichenbrändle. Dort wurde beim mittlerweile 18. Germanenfest das germanische Dorf wieder zu Leben erweckt. Alle zwei Jahre findet das außergewöhnliche Fest statt, welches von den Germane Mambach organisiert wird, die in diesem Jahr gleichzeitig ihr 30-jähriges Bestehen feierten.

Wenn die Sau sich wieder über dem Feuer dreht und Urschreie von weiter Ferne zu hören sind, wenn literweise Met aus Wisent-Hörnern getrunken wird, wenn Männer in Fellen sich mal wieder so richtig austoben können, dann ist es wieder so weit: Dann ist Germanenfest in Mambach.
Im germanischen Dorf mit Walhalla, einer Germanenhöhle und dem Götterwohnsitz Asgard fühlten sich am Wochenende rund 4000 Besucher wieder in die Urzeit zurück versetzt.
Das Fest begann am Freitagabend mit der Einstimmung mit befreundeten Vereinen. In diesem Jahr bekamen die Mambacher unter anderem Besuch von den Germanen aus Diedorf in Bayern, aus Karlsruhe sowie einer Wikingergruppe aus Freiburg und einem Hghlander-Clan aus Lechfeld. Die weiteste Anreise hatten die Germanen aus Ottendorf bei Cuxhaven auf sich genommen. Mit Tanz und Musik der Band „Patchwork“ kam an diesem Abend Lagerfeuer-Romantik auf. Und ein Feuerspektakel wurde auch geboten.

Am Samstagabend trafen sich alle Germanen auf dem Dorfplatz zum Umzug zum germanischen Dorf „Eichenbrändle“ belgeitet von Musikgruppen. Mit Kind und Kegel, den Zeller Wildsaumusikern und dem Gespann des ersten Fürsten Klaus Ruf ging‘s hinauf. Tausende von Zuschauern aus Nah und Fern waren mit dabei und zückten schnell die Fotoapparate als Erinnerung an dieses Spektakel. Am Samstag standen die urzeitlichen Spiele im Vordergrund. Die Germanen, aber auch Zuschauer maßen sich im Urschrei, Knochenstemmen, und im germanischen Dreikampf. Nur Frauen durften beim Baumstumpfziehen ihre Kräfte messen. Als Höhepunkt stand das Sackschlagen auf dem Programm. Als dann der neue Sackschlag-König von acht Germanen auf einem Schild zur Melodie von „Conquest of Paradise“ und im Schein der Fackeln zur Trinkstätte getragen wurde und ringsum über 1000 Leute standen, bekam so mancher Gänsehaut.

Am Sonntag war dann der große Familientag, an dem kein Wegzoll verlangt wurde. Die Besucher schauten und staunten über das ausgestellte und vorgeführte historische Handwerk. Die Sattlerin, der Schmied oder auch der Bürstenbinder präsentierten ihre Arbeit. Auch der Falkner war mit dabei. Reges Treiben herrschte an diesem schönen Sommertag hoch oben im Eichenbrändle. Jeder Platz war besetzt. Nach dem Frühshoppenkonzert der Trachtenkapelle Todtnauberg startete das Gelage. Die Sieger des Vorabends und weitere Germanen starteten zum „Essen wie damals“. Die wilden Männer in den Fellen verputzten ihr Fleisch und tranken aus den Hörnern. Wer von den Besuchern wollte, durfte probieren. Wie beruhigend war es, dass bei diesem wilden Gelage niemand von einer Keule getroffen wurde. Dann starteten die Kinderwettbewerbe mit  über hundert Kindern und anschließender Siegerehrung. Jedes Kind bekam einen handgemachten Zinnanhänger. Beim Spotshoppe unterhielten die Partyburschen das feierlustige und tanzwillige Publikum.  Und mit Sicherheit war auch noch am Abend ein lauter Urschrei von hoch oben bis ins Tal zu hören.

Zum Erfolg des Festes in diesem Jahr sagte der erste Fürscht Klaus Ruf: „Wir sind absolut zufrieden auch dank des Wetterglücks“.

Hier ein paar Impressionen:

Wie das Fest geboren wurde

1981 wurde die Idee geboren mit einem Fest germanische Sitten und Bräuche aufleben zu lassen. Damals feierte man dann im kleinen Kreis im Mambacher Birkenwald das erste Fest. Man hatte zunächst nur wenig Mut im August mit einem Fell bekleidet durchs Dorf zu laufen, da die Einwohner der Sache doch recht skeptisch gegenüber standen. Die Begeisterung wuchs von Jahr zur Jahr und immer mehr schlossen sich dieser urigen Gruppe an, so dass diese beschloss 1986 erstmals das Fest öffentlich zu veranstalten. Nach dem Erfolg des ersten Festes fand dann am 20. September 1986 die Gründung der Germane Mambach statt.

Nur alle zwei Jahre wird im Eichenbrändle gefeiert, damit das aufwendige Fest auch den gewissen Reiz behält. Die Einnahmen werden immer wieder in das germanische Dorf investiert, indem einige Gebäude fest installiert sind, anderes aufgebaut werden muss.

Die Germane Mambach haben derzeit über 70 aktive Mitglieder, davon 30 Kinder bis 15 Jahren und  300 passive Mitglieder.

waren-sie-auch-dabei

1 Kommentare

  1. Pingback: Foto der Woche – meinWiesental

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.