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Kabarettistischer Jahresabschluss bei der EWS in Schönau

Volkmar Staub und Florian Schroeder zünden parodistisches Feuerwerk

Schönau (hf). „Herzlich willkommen zur letzten Kulturveranstaltung in der Kulturhalle der EWS“ begrüßte EWS-Vorstand Rolf Wetzel die Gäste in der bis auf den allerletzten Platz gefüllten Kulturhalle. Denn die alte zur Kulturhalle umgebauten Scheune wird im kommenden Jahr einem Neubau der EWS weichen müssen. Den laustarken Trauerbekundungen der Gäste, folgte ein brausender Applaus, als Rolf Wetzel bekannt gab, dass der Neubau natürlich wieder eine neue, moderne Kulturhalle beinhalten wird, so dass die Kulturveranstaltungen der EWS im neuen Heim fortgeführt werden.

kabarettistischer-jahresabschluss-bei-der-ews-in-schoenau-meinwiesental-02Diese letzte Veranstaltung in der gewohnten Form war den beiden Kabarettisten und Satirikern Volkmar Staub und Florian Schroeder vorgehalten, die in einem fulminanten Kabarett-Programm das Jahr 2016 Revue passieren ließen. Als Start wurde eine kabarettistisch verfremdete Ansprache an das deutsche Volk von „president elect“ Donald Trump eingespielt, in der viele der unsäglichen Äußerungen des neuen Präsidenten in einem amerikanisch-deutschen Kauderwelsch vorgetragen wurden. „Donald Trump hat sein Deutsch halt bei Günter Oettinger gelernt“, erklärte Florian Schroeder zur Entschuldigung. Weiter ging es mit der Diskussion um den nächsten Bundespräsidenten in Deutschland. Kein wirklich erstrebenswertes Amt, mutmaßte Florian Schroeder. „Wenn selbst die Käßmann nicht will, muss das tatsächlich ein Sch…Job sein“, so der Kommentar des Kabarettisten.

Volkmar Staub produzierte sich als Winfried Kretschmann in einer Ansprache an seine Baden-Württembergischen Landsleute. Das Wahlergebnis habe ja in erster Linie seiner Person gegolten, ließ der Landesvater wissen, es habe sich sozusagen  um eine „Win-Win-fried“ Situation gehandelt. Sicher hätte man gerne eine Ampelkoalition gebildet, erklärte Staub/Kretschmann, aber da die FDP nicht mitgespielt habe, sei man verfahren wir bei der Kehrwoche. „Wir haben die Gelben Säcke am Straßenrand stehen gelassen.“ Ausgelassener Jubel im Saal, der sich noch steigerte, als die beiden Kabarettisten eine Breitseite gegen den türkischen Ministerpräsidenten losließen. Neben Kommentaren zu den im Schmähgedicht von Kollege Böhmermann angestellten Mutmaßungen zu erotischen Vorlieben des türkischen Präsidenten, die hier nicht wiedergegeben werden können, steuerte Volkmar Staub eine Kritik am Kabarett-Kollegen bei. „Zuerst das Gedicht veröffentlichen, dann erstmal abtauchen, und nachher nicht den Arsch in der Hose haben und konsequent bei den Aussagen zu bleiben – Das hätte man auch anders machen können“, bemerkte Staub.

Ein Vorzeigebeispiel für gelebte Realsatire gibt immer wieder Günter Oettinger ab, der die beiden Satiriker zu wahren Höchstleitungen inspirierte. Dass manche Politiker in einer Satire nicht überboten, ja nicht einmal erreicht werden können, wurde deutlich, als die Entschuldigungsrede (auf  Oettingers „Englisch“ !) des EU-Kommissars im Original eingeblendet wurde. Die Heiterkeit im Saal kannte keine Grenzen, als Staub und Schroeder in einer Szene vor dem Toilettenspiegel die beiden „Seelen in Oettingers Brust“ im Dialog zeigten und miteinander diskutieren ließen. Wenn er erst einmal Haushalts-Kommissar sei, werde man in Europa schon merken, „Ssat wiss mi is no good cherry eating“, kündigte Oettingers Seele 2 an.

kabarettistischer-jahresabschluss-bei-der-ews-in-schoenau-meinwiesental-01Das weitere Programm war ein wahres Feuerwerk an parodistischen Elementen. Ob Staubs „Winnetou“, der natürlich nicht fehlen durfte, bei dem Volkmar Staub seinen roten Brüdern mit Nachdruck eine Rot-Rot-Grüne Alternative ans Herz legte, oder bei Florian Schroeders Erkenntnis, dass Angela Merkel aber wirklich an allem Schuld ist, mit der überraschenden Wende zur Hoffnung in Bezug auf die Kanzlerin –„Wer den Papst auf dem Gewissen hat, für den ist Trump ein Kinderspiel“ – bis zur Relativierung der Terrorgefahr – „in Deutschland sterben pro Jahr fast so viele Menschen an Fischgräten, wie seit 2011 im Westen durch Terrorangriffe gestorben sind“ – es war einfach ein Genuss, der von den Gästen auch mit ehrlicher Begeisterung und lautstark gefeiert wurde.

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