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Gemeinderat genehmigt außerordentliche Holzhiebe in Bürchau und Neuenweg

Mittel werden zur Mitfinanzierung der Wasserprojekte verwendet

Kleines Wiesental (hf). Auf Antrag der Verwaltung stimmte der Gemeinderat des Kleinen Wiesentals in seiner Sitzung vom Mittwoch zwei a.o. Holzhieben in Bürchau und Neuenweg zu. Diese Holzhiebe sollen im Gemeindewald Bürchau etwa 50.000 Euro und im Gemeindewald Neuenweg etwa 100.000 Euro erbringen. Diese Mittel sollen zur Mitfinanzierung der im Juli bereits beschlossenen wasserwirtschaftlichen Vorhaben in den beiden Ortsteilen dienen. Bei der Diskussion dieses Antrags zeigte sich, dass nicht alle Gemeinderäte mit diesem Vorgehen einverstanden waren.

Bürgermeister Gerd Schönbett erläuterte, dass die beiden im Juli beschlossenen Vorhaben trotz der erwarteten Förderung von 75 Prozent einen Eigenanteil für die Gemeinde von 525.000 Euro bedeuten wird, die über Kredite finanziert werden müssten. Bei diesen beiden Vorhaben handelt es sich um den Bau der Wasserversorgung der Belchenhöfe in Neuenweg und die Anpassung und Aufrüstung des Hochbehälters Bürchau mit Kosten von gesamt 2,1 Millionen Euro. Um die Kreditaufnahme der Gemeinde in Grenzen zu halten, schlug die Verwaltung die beiden ao Holzhiebe vor. Diese Hiebe waren mit den Revierförstern und der Forstverwaltung abgesprochen. Forstbezirksleiter Marco Sellenmerten bestätigte, dass diese außerordentlichen Holzhiebe nach dem Forstwirtschaftsplan vertretbar sind und die nachhaltige Entwicklung des Waldbestandes in der Gemeinde nicht negativ beeinflussen.

Bei der Beratung über diesen Punkt gab es im Rat zum Teil heftigen Widerspruch. Martin Bechtel führte aus, dass in der Vergangenheit schon mehrfach teure Wasserprojekte für Weiler mit geringer Bevölkerung durchgeführt wurden. „Hier haben wir immer in Solidarität entschieden und die Belastung auf alle Bürger der Gemeinde verteilt. Warum sollen die Ortsteile für die neuen Projekte einen eigenen Beitrag leisten, was bei früheren Projekten nie zur Diskussion stand?“, wollte er wissen. Er plädierte viel mehr dafür, eine Teilfinanzierung über Rücklagenentnahmen zu realisieren und Kreditaufnahmen solidarisch auf alle Bürger über die Erhöhung des Wasserpreises umzulegen. Diesem Einwand schloss sich Jürgen Lacher an. Daniel Dreher plädierte ebenfalls für Entnahmen aus der Rücklage, da andernfalls die Jungbestandspflege im Forst weiter nach hinten verschoben werde und irgendwann zu einer negativen Entwicklung in der Forstwirtschaft führen könne.  Bürgermeister Gerd Schönbett und Marco Sellenmerten führten aus, dass der Gemeindewald im Kleinen Wiesental diese ao Holzhiebe gut verkraften könne, die Hiebe aus forstlicher Sicht vertretbar und negative Entwicklungen nicht zu befürchten sind.

Der Gemeinderat stimmte den beantragten außerordentlichen Holzhieben mehrheitlich zu. Mit Nein Stimmte Martin Bechtel, Daniel Dreher enthielt sich.

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