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Gemeinderat beschließt Zentralkindergarten mit Krippe

Entschei d vorbehaltlich der „weitgehenden Finanzierung über Förderung und Zuschüsse“

Kleines Wiesental (hf). Mit deutlicher Mehrheit entschied der Gemeinderat Kleines Wiesental am Mittwoch den Bau eines zentralen Kindergartens mit angeschlossener Krippe in der Nachbarschaft der Nachbarschafts-Grundschule in Tegernau. Das bedeutet auch, dass die drei heute noch bestehenden Kindergärten – Wieslet, Wies und Neuenweg – geschlossen werden sollen. Der Entscheid wurde gefällt „vorbehaltlich der weitgehenden Finanzierung über Fachförderung und Zuschüsse“, wie Bürgermeister Gerd Schönbett erläuterte.

In der Frage des Erhalts oder der Schließung der drei bestehenden Kindergärten zeigte sich auch am Mittwoch, dass sich klare Lager gebildet haben. Vor Beginn der Sitzung stellte Patricia Fromm (Wies) den Antrag die Punkte „Einrichtung einer Kinderkrippe“ und „Standorte der Kindergärten“  von der Tagesordnung zu nehmen, da diese Fragen nicht in den Ortschaftsräten vorentschieden werden konnten. „Bei jedem Bauantrag holen wir die Meinung des Ortschaftsrates ein, aber in dieser wichtigen Frage wurden die Ortschaftsräte nicht angehört“, begründete Patricia Fromm ihren Antrag. Gerd Schönbett entgegnete, dass Bauanträge nur den entsprechenden Ortsteil betreffen und darum der Ortschaftsrat gehört werden müsse. Aber die Kinderbetreuung sei eine Frage der Gesamtgemeinde über die der Gemeinderat alleine entscheiden könne. Rolf Vollmer (Wies) wollte wissen, wie sich die Kommunalaufsicht zu dieser Frage stelle. Hier erklärte der Bürgermeister, dass auf Anfrage keine einheitliche Stellungnahme vom Landratsamt zu erhalten war. Der Bürgermeister stellte beide Vertagungsanträge zur Abstimmung. Beide wurden mit großer Mehrheit abgelehnt.

Im Verlauf der Sitzung wurde zuerst über die Einrichtung einer Kinderkrippe beraten. Gerd Schönbett verwies auf frühere Entscheide in der gleichen Sache und erläuterte, dass Eltern nach der geltenden Gesetzgebung einen Rechtsanspruch auf die Betreuung unter dreijähriger Kinder haben. Rolf Vollmer (Wies) widersprach heftig. Der Bau und Betrieb einer Kinderkrippe stelle für die Gemeinde ein „nicht finanzierbares Risiko“ dar. Andere Gemeinden hätten andere Formen der Kleinkindbetreuung gefunden. Jürgen Lacher (Raich) plädierte für die Krippe. „Es ist ein deutlicher Vorteil für die Gesamtgemeinde, wenn wir eine solche Betreuung anbieten können“, führte er aus. Der Rat beschloss den Bau einer Kinderkrippe mit neuen Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung.

In der Beratung über den Punkt „Standort des Kindergartens / der Kindergärten“ prallten die bekannten Positionen aufeinander. Heinz Eichin (Wieslet) beurteilte die Frage eines zentralen Standorts als eine „Katastrophe für das ganze Tal“. Er verwies auf die positive Entwicklung in Wieslet, wo sich rund 40 Familien neu angesiedelt hätten, die auch zu höheren Finanzzuweisungen im Gemeindehaushalt geführt haben. Die Frage des Zuzugs von Neubürgern mit dem Kindergartenstandort Wieslet zu verbinden, wollte Gerd Schönbett nicht gelten lassen. Menschen hätten in Wieslet gebaut, weil die Bauplätze hier deutlich günstiger waren als in umliegenden Gemeinden. Rolf Vollmer (Wies) erklärte eine zentrale Lösung für einen Kindergarten für „ökologischen Unsinn“. Während derzeit viele Kinder zu Fuß zum Kindergarten gehen könnten, müssten bei einer zentralen Kinderbetreuung Eltern zum Teil lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Dass viele Kinder heute zu Fuß in den Kindergarten gehen, wagte Gerd Schönbett zu bezweifeln. Hingegen führte der Bürgermeister aus, dass es deutliche Klagen der Eltern an den Öffnungs- und Schließzeiten der Kindergärten gebe, die nicht den Bedürfnissen berufstätiger Eltern entsprechen. „Mit einer zentralen Lösung erhöht sich die Möglichkeit, bedarfsorientierte Angebote zu schaffen und generell die Qualität der Kinderbetreuung zu verbessern“, so Gerd Schönbett. „Ein zentraler Kindergarten mit angeschlossener Krippe in direkter Schulnähe wäre eine Vorzeigeeinrichtung für die Gemeinde.“

Zum Entscheid stellte die Verwaltung drei Alternativen.

Variante1:  Erhalt der drei Kindergärten mit einer neuen Krippe in Tegernau. 1 Ja-Stimme (Patricia Fromm). Variante 2: Erhalt der drei Kindergärten mit einer Krippe in Wieslet. 3 Ja-Stimmen (Heinz Eichin, Reiner Weiß und Rolf Vollmer). Variante 3: zentraler Kindergarten mit Krippe in Tegernau. 7 Ja-Stimmen.

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