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Ehrenamtliche Sprachkurse im Flüchtlingsheim Bürchau

Von der Alphabetisierung zur Konversation und dem selbständigen Einkaufen

Bürchau (hf). Seit Januar führen ehrenamtliche Helferinnen regelmäßig Deutsch-Sprachkurse für die Flüchtlinge im Heim in Bürchau durch. Durchschnittlich um die zwölf Frauen, Kinder und junge Männer setzen sich täglich zusammen, um gemeinsam mit den Helferinnen das Alphabet und die deutsche Sprache zu lernen. „Unsere Schülerinnen und Schüler sind immer mit Feuereifer dabei und folgen dem Angebot mit großer Motivation“, berichtet Angelika Wicha, die am Donnerstag den Kurs leitet. „Man spürt ganz deutlich: sie wollen lernen.“

Am Donnerstag steht „Einkaufen“ auf dem Programm. Angelika Wicha und mit ihr Angelika Senn und Doris Kalbe vermitteln anhand von Schaubildern die deutschen Begriffe für Gemüse, für Kräuter und Obst. Die Wörter werden an die Tafel geschrieben, und dann wird gemeinsam ihre Aussprache geübt. Eifrig schreiben die Kursteilnehmer die Wörter ab, notieren sich häufig die Bezeichnungen in ihrer Heimatsprache dazu und machen sich Notizen. Jetzt kommen wir sehr gut voran“, erklärt Angelika Wicha. Aber der Start war schwieriger gewesen, denn die „Schüler“, die aus Syrien, Afghanistan und dem Irak kommen, mussten zuerst die hier üblichen Buchstaben lernen. Eine große Hilfe waren und sind diejenigen der Flüchtlinge, die mit Hilfe ihrer Englischkenntnisse einen Übersetzerdienst leisten konnten.

ehrenamtliche-sprachkurse-im-fluechtlingsheim-buerchauDiesen Sprachkurs im Flüchtlingsheim haben die Helferinnen für diejenigen Flüchtlinge ins Leben gerufen, die noch nicht an den Sprachkursen im Landratsamt teilnehmen können, aber sich natürlich der Notwendigkeit der Sprachkenntnisse bewusst sind, wenn sie sich in ihrer neuen Heimat zurecht finden und integrieren wollen. Zusätzlich zur Alphabetisierung wurden von Anfang an auch die Phrasen des Alltags geübt. Begrüßung und Vorstellung, wo komme ich her oder wie alt bin ich, gehen schon recht flott von den Lippen. Bei der Formulierung der eigenen Wünsche beim Einkaufen in einem Geschäft, muss teilweise noch ein wenig geübt werden. „Wenn man bedenkt, dass wir erst acht Wochen miteinander lernen, sind die Fortschritte ganz enorm“, bestätigt Angelika Senn.

Die gemeinsamen Unterrichtsstunden haben auch einen sehr wichtigen Nebeneffekt. Nach einer anfänglichen Scheu hat sich die Stimmung gelockert. Besonders die Frauen sind viel lockerer und aufgeschlossener geworden. Man spürt im Raum, dass sich alle Teilnehmer auf den Unterricht freuen und so viel wie nur möglich lernen und mitnehmen wollen. „Es macht wirklich große Freude, unsere Sprache mit den Flüchtlingen zu üben und gemeinsam zu lernen“, erzählt auch Doris Kalbe. Als die Stunde zu Ende geht, bedanken sich alle ganz spontan bei ihren Lehrerinnen. Von den Frauen werden sie umarmt. Freunde haben sich gefunden.

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