Alle Artikel in: Meinungen

Die „letzten Aufrechten“ auf Gersbachs Höhen?

Dienstag, 4. April 2017: In Schopfheim löst ein Chemieunfall ein Katastrophenszenario aus. Ein Industriegebiet wird großräumig abgesperrt, Bewohner werden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben, in der Stadthalle werden Vorbereitungen getroffen, um viele Verletzte aufzunehmen und ärztlich zu versorgen. Die Duplizität der Ereignisse – Dienstag, 4 April 2017: Block 1 in Fessenheim geht wieder ans Netz. Er war am 1. April vorübergehend abgeschaltet worden. Eine Wasserleitung war undicht. Die Zeitung Dernières Nouvelles d’Alsace hatte am Wochenende berichtet, am Sekundärkreislauf des Reaktorblocks seien Dutzende Liter Wasser ausgelaufen. Szenario 1 zeigte im Kleinformat was passieren würde, wenn der französische Schrottreaktor hochgehen sollte. Dann spielen sich solche – in dem Fall vergebliche – Rettungsmaßnahmen zwischen Zürich-Freiburg- Strassburg-Karlsruhe ab. Ohne Aussicht darauf, dass die nächsten tausend Jahre jemand wieder in dieser phantastischen Landschaft leben könnte. Tja, und dann stellt man sich so vor, wie die im wahrsten Sinne des Wortes „letzten Aufrechten“ auf Gersbachs Höhen triumphierend vor ihren verhassten Windrädern sitzen. Weil sie endlich stillstehen. Denn kein Mensch mehr braucht Windenergie. Mal ohne Spass: Muss man Klagen über eventuell zu Schaden kommende Milane und Fledermäuse, vermeintlich …

Überraschung! Das Zentralklinikum kommt nach Lörrach

Eindeutiger Entscheid nach einem fragwürdigen Verfahren Ein Kommentar Wiesental (hf). In seiner Sitzung vom vergangenen Mittwoch sprach sich der Kreistag eindeutig für Lörrach als den Standort für das geplante Zentralklinikum aus (42 Pro, neun Contra, bei einer Enthaltung). Damit liegt ein klarer Entscheid  der von den Bürgern im Landkreis gewählten Kreisräte vor, an dem es nichts zu deuteln gibt. Über das Verfahren, das zu diesem Entscheid geführt hat, darf man sich allerdings so seine Gedanken machen. Als im Landkreis deutlich wurde, dass die vorhandenen drei Kreiskliniken nicht mehr zukunftsorientierten Anforderungen genügen würden, war man sich einig, dass über neue Lösungen nachgedacht werden muss. Von Anfang an waren sich Landratsamt, Kreisrat und die Kreiskliniken GmbH darüber bewusst, dass es sich um eine Frage handelt, die große Emotionen auslösen kann. Darum war es sicher eine gute Entscheidung einen kompetenten externen Berater zu engagieren, der den Entscheidungsprozess begleiten und moderieren sollte. In einer ersten Phase wurden die bestehenden Klinken analysiert und hinsichtlich einer möglichen Sanierung evaluiert. Im Oktober des vergangenen Jahres entschied dann der Kreisrat einstimmig, dass eine …

Recht undurchsichtig – oder eine ganz linke Nummer!

Manchmal könnte man, … Na, ja, also natürlich nur so vor dem geistigen Auge. Aber spätestens wenn die Kreisräte am 5. April 2017 bei ihrer Sitzung eine Vorentscheidung für den Klinikstandort Lörrach gefällt haben, wird wohl allen Bürgerinnen und Bürgern nördlich und östlich des Steinener Kreisels die Galle steigen. Nicht weil ein Mehrheitsentscheid gefällt wurde, über den man durchaus kontrovers streiten kann. Nicht weil wohl überlegte Argumente für den einen oder den anderen Standort sprechen. Auch nicht, weil eine gezählte und gefühlte Minderheit nicht mit dem Beschluss der Mehrheit leben könnte. Sondern weil alle miteinander von gewieften Taktikern für dumm verkauft wurden. Denn die Diskussion um den künftigen Standort wurden von Anfang an unredlich geführt, ebenso wie das Procedere undurchsichtig geblieben ist. Lörrach und seine politischen Vertreter wollten von Anfang an den Standort Lörrach. Aber anstatt Interessen als solche zu formulieren, ließ man eine „Matrix“ erstellen – mit der parallel kommunizierten Fassade eines wie auch immer definierten „objektiven Verfahrens“. Neudeutsch würde das „fake“ oder „alternative Fakten“ heißen. Denn dieses objektive Verfahren hat es nie gegeben. Vielmehr wurde die „Matrix“ in der Bewertung manipuliert – und alle …

Interview mit Erhard Schöpflin und Friedrich Albes

Online-Petition für den Klinikstandort Schopfheim Erhard Schöpflin ist der Initiator der Online-Petition für den Standort Schopfheim des Zentralklinikums und Friedrich Albes setzt sich als ehemaliger Geschäftsführer eines Klinik-Konzerns ebenfalls stark für den Standort Schopfheim ein. Verena Wehrle von meinwiesental sprach exklusiv mit den beiden über die Petition und die Chancen für den Standort Schopfheim. 2472 Unterstützende (Stand: 1.3.17) gibt es bei der Online-Petition, die Sie für ein Zentralklinikum am Standort Schopfheim ins Leben gerufen. Sind Sie damit zufrieden? Albes: Einerseits bin ich damit zufrieden, andererseits hoffe ich, dass es noch explosionsartig weitergeht und noch mehr Unterschriften gemacht werden. Das sind schon 1% der Bürger des Landkreises, die nötig waren für ein Quorum. Was heißt das? Albes: Die Petition wurde nun an die Kreisratsmitglieder übermittelt, die zu einer Stellungnahme dazu gebeten wurden. Eine Stellungnahme eines Kreisrates von Fritz Lenz ist bereits bei der Petition veröffentlicht. Was hat Sie dazu veranlasst diese Petition zu veröffentlichen? Albes: Es gab zwei Gründe. Der erst Grund ist, dass wir bedauert haben, dass man keine Analyse über die Rettungszeiten gemacht hat. …

Wenn der Clown zum Angstobjekt wird

Wir alle kennen ihn aus unserer Kindheit – den tollpatschigen, liebenswürdigen Kerl mit viel zu großen Schuhen, roter Nase und jede Menge Schalk im Nacken.  Der, der uns in der Manege zum Lachen bringt, weil er alle zwei Meter über seine eigenen Füße fällt oder sich mal wieder völlig zum Narren mach, sich veräppeln lässt, für jeden Spaß zu haben ist. Wir lieben ihn – den Clown. Doch heute muss man sagen: Wir lieben ihn – den Zirkusclown. Denn immer mehr gerät das freundliche und ursprüngliche Bild des Clowns wie wir ihn eigentlich kennen und wofür er eigentlich erschaffen wurde ins Wanken. Die auch bei uns immer mehr auftauchenden sogenannten „Horror-Clowns“ sorgen für einen Imageschaden der bis dahin nur als Spaßmacher bekannten Figur. In Amerika machen solche Horror-Clowns schon seit Jahren die Straßen unsicher. Nun sind sie auch in Deutschland und sogar in Südbaden angekommen. In Weil am Rhein bedrohte ein solcher Horror-Clown drei Jungs mit einem Messer, in Lörrach verfolgte einer einen Jugendlichen und ein weiteres Mal wurde eine Frau in Lörrach von Horrorclowns …

Widerstand gegen Seilbahn-Projekt

100 Unterschriften an Gemeinderat übergeben / Ziel ist ein Bürgerentscheid Schönenberg. Gegen die Verlängerung der Belchen-Seilbahn nach Schönau richtet sich nun eine Bürgerinitiative. Gegner der Belchenbahn-Verlängerung haben Unterschriften gesammelt mit dem Ziel einen Bürgerentscheid zu erreichen. Eigentlich wären dazu nur 27 Unterschriften von Schönenberger Bürgern nötig gewesen, also sieben Prozent. Doch knapp 100 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen die geplante Verlängerung übergab Heinz Gutmann als Sprecher der Bürgerinitiative am Dienstagabend an Bürgermeister Michael Quast in der Gemeinderatssitzung. „Wir werden Ihren Antrag eingehend prüfen und dann die notwendigen Schritte einleiten“, sagte dieser. Nun werden die Unterschriften geprüft. Werden diese für in Ordnung befunden, hat der Gemeinderat zwei Möglichkeiten: Seinen Grundsatzbeschluss zugunsten der Seilbahnverlängerung rückgängig zu machen oder es auf einen Bürgerentscheid ankommen zu lassen. Eigentlich wollten die Seilbahn-Gegner am Dienstag noch weitere mündliche Erläuterungen loswerden. Doch Quast machte deutlich, dass dazu die Fragestunden für Bürger nicht der übliche Weg sei und verwies auf die Sprechstunden im Rathaus, um solch wichtige Dinge zu besprechen. Somit verließen die Seilbahngegner den Sitzungssaal wieder und zwar schneller als erwartet. Die …

Alle Jahre wieder…

… kommt das Schneechaos auf dem Feldberg. Als wäre es aufgrund der stetig sinkenden Temperaturen nicht absehbar, dass es auf dem höchsten Berg im Schwarzwald im November schneit, gibt es hier jedes Jahr aufs Neue Autos und LKWs, die auf der schneebedeckten Fahrbahn Richtung Feldberg steckenbleiben. Der Hauptgrund: Viele der Fahrzeuge sind mit Sommerreifen unterwegs. Und all diese Sommerreifen-Freunde treffen sich dann im Schnee-Chaos auf dem Feldberg wieder. Das Traurige dabei: LKWs und Co verstopfen nicht nur die Straßen, sie gefährden sich und auch andere Verkehrsteilnehmer, wie in den letzten Jahren immer wieder geschehen. Übrigens: Für LKWs gilt im Winter Schneekettenpflicht auf dem Feldberg. Na, dann auf hoffentlich gute Fahrt in diesem Winter. Einige Impressionen vom Donnerstag, dem 10.11.2016 um 07.45Uhr

Mein Wiesental 2046

Wie wird unser Wiesental im Jahr 2046 aussehen? Oder wie möchten wir, dass unser Wiesental 2046 aussieht? Über diese Frage würden wir „die Macher von meinWiesental“ gerne mit Ihnen ins Gespräch kommen. Luftbilder vom Großraum Lörrach mit der Wiesenmündung zeigen eine Region, die immer mehr zusammenwächst. Lörrach wächst ins Wiesental hinein – Verdichtungsräume bilden sich um Steinen-Maulburg-Schopfheim oder um Hausen-Zell. Wollen wir Wiesentäler einer solchen Entwicklung hoffnungsvoll zusehen, oder sollen wir Bürger mit unseren Fragen, Anregungen oder unserer Kritik gestaltend auf die Entwicklung Einfluss nehmen? Das soll die Diskussion ausloten, die wir mit Ihnen beginnen wollen. Pro Verdichtung Eine räumliche Verdichtung ist nicht aufzuhalten. Unser Bevölkerungswachstum gründet mehrheitlich im Zuzug von Neubürgern. Ein angenehmes Klima, die pure Natur vor der Tür, Arbeitsplätze und die zentrale Lage in Europa machen den deutschen Südwesten für Menschen attraktiv. Räumliche Verdichtung bedeutet auch eine Verbesserung der kommunalen Infrastruktur. Öffentlicher Nahverkehr wird besser, Bildungsangebote und medizinische Versorgung können konzentriert werden, mehr Menschen in Verdichtungszentren werden intensiver die Naherholungsgebiete nutzen und so die Gastronomie und den Tourismus in den Randgebieten fördern. …

Tradition?

    Die Retter des christlichen Abendlandes haben ja gerade Hochkonjunktur. Ebenso wie ihre klammheimlichen Unterstützer. Dass es allerdings den wenigsten ums Abendland und den wenigsten von den wenigen ums Christentum geht, müssten eigentlich die Dümmsten kapieren. Weil beides sowieso schon lange keine Rolle mehr spielt im öffentlichen Leben – abgelöst von der Kommerzialisierung, die als „westliche Kultur“ den Planeten kolonialisiert. Beispiel gefällig? „Halloween“: „’All Hallows’ Eve, der Abend vor Allerheiligen benennt die Volksbräuche am Abend und in der Nacht vor dem Hochfest Allerheiligen, vom 31. Oktober auf den 1. November. Dieses Brauchtum war ursprünglich vor allem im katholischen Irland verbreitet. Die irischen Einwanderer in den USA pflegten ihre Bräuche in Erinnerung an die Heimat und bauten sie aus“, schreibt Wikipedia, und weiter: „Seit den 1990er Jahren verbreiten sich Bräuche des Halloween in seiner US-amerikanischen Ausprägung von Frankreich und dem süddeutschen Sprachraum ausgehend auch im kontinentalen Europa. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede. So wurden insbesondere im deutschsprachigen Raum heimatliche Bräuche wie das Rübengeistern in das kommerziell erfolgreiche Umfeld Halloween eingegliedert, genauso nahmen traditionelle Kürbisanbaugebiete …

Fick’ Dich Bürger (-Meister).

Geb‘ ich gerne zu: die Überschrift ist nicht nett. Sie hat kein Stil. Ja, eigentlich ist sie unterste Schublade. Aber offensichtlich ist Gossensprache in der viel beschworenen gesellschaftlichen Mitte angekommen. Beispiele gefällig? Im „dunklen Osten“ fallen rechte – so genannte – „Wutbürger“ bei ihren Spaziergängen aus der Rolle. Während linker Demos skandieren Besserwessis „Deutschland, Du mieses Stück Scheiße“ und beschimpfen unser Gemeinwesen – leider auch noch unter dem Beifall von Parlamentariern. Tja, und inzwischen möchten selbst im beschaulichen Wiesental – wie man hört – gewählte Ortschaftsräte dem Schopfheimer Bürgermeister „in die Fresse hauen“. Geht’s noch? Gibt es noch Einigkeit, was sich gehört und was nicht? Verstehen die unanständigen Stänkerer, dass Meinungsfreiheit ein hohes Gut ist und kein Freibrief für Beleidigungen und persönliche Ausfälle? Kapieren auch Unzufriedene auf dem Berg, dass demokratische Mehrheitsentscheidungen kein persönliches Wunschkonzert sind? Können wild gewordene Spießer nachvollziehen, dass die Verrohung von Sprache und Umgangsformen die Vorstufe zu Gewalt bedeuten? Dass sich Aggressionen aufschaukeln und Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Meinung, zwischen Verwaltung und Bürgern, zwischen Parteien und Wählern, zwischen Medien und Lesern irgendwann nicht mehr möglich ist? Weil der Stinkefinger das Argument …